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Bericht: Anklage gegen Ex-Vorstände der Sachsen LB

Leipzig (dts) - Zum ersten Mal seit dem Beinahezusammenbruch der Landesbank Sachsen im Jahr 2007 müssen sich ehemalige Vorstände strafrechtlich verantworten. Dies berichtet der "Spiegel" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Die Staatsanwaltschaft Leipzig erhebt demnach Anklage gegen die Ex-Vorstände wegen unrichtiger Darstellung der Jahresabschlüsse, Untreue beziehungsweise Beihilfe dazu.

Die Ankläger stießen bei ihren Ermittlungen auf Salden in dreistelliger Millionenhöhe, deren Herkunft und Zusammensetzung sie nicht klären konnten. Die Summen schwankten zwischen 142,7 Millionen und 155,6 Millionen Euro und tauchten zwischen 2003 und 2006 mal als "Guthaben Deutsche Bundesbank LZB" auf, mal als "Barreserve, Guthaben bei Zentralnotenbanken", später als "Forderungen an Kunden". Doch diese seltsamen Forderungen, glauben die Ermittler, waren nie werthaltig. Auf dem Papier allerdings waren sie Gold wert. Ohne diese Millionen hätte die Bank in jenen Jahren Verluste ausweisen müssen. Wertberichtigungen in dreistelliger Millionenhöhe wären ein Desaster gewesen – auch politisch. Zudem zahlte die Bank dem Bericht zufolge erfolgsabhängige Vergütungen, deren Grundlage der Gewinn war. Die Vorstände kassierten 2003 zwischen 142.000 und 68.000 Euro Prämie, 2004 zwischen 134.400 und 60.000. Die Bank führte überdies Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und den Solidaritäts-Zuschlag ab. All das, glauben die Ermittler, wäre unnötig gewesen, wenn das ungeklärte Guthaben abgeschrieben worden wäre.
DEU / Finanzindustrie / Wirtschaftskrise / Justiz / Kriminalität
10.09.2011 · 18:00 Uhr
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