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Béla Réthy kommentiert das Finale

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Warschau/Hannover (dpa) - Béla Réthy ist einer der wenigen Deutschen, der nach dem EM-Aus der DFB-Auswahl zum Endspiel nach Kiew reisen kann. «Darf», verbessert der erfahrene Fernsehmann.

Das ZDF hat ihn frühzeitig für das Finale nominiert. Dass Italien anstelle von Deutschland gegen Spanien um den Titel spielen wird, hat ihn ebenso wie zig Millionen Fußballfans in der Heimat überrascht. «Natürlich muss man mit allen Konstellationen rechnen, eigentlich wäre mir aber das andere Finale lieber gewesen», sagt Réthy. Das 1:2 gegen Italien sah er im Warschauer Stadion.

«Wenn Deutschland spielt, ist man mit anderen Empfindungen dabei», gesteht der 55-jährige Reporter. Nun packte er an diesem Samstag seine Siebensachen, mit denen er seit drei Wochen durch Polen und die Ukraine tourt, und machte sich auf den Weg nach Kiew. Das Endspiel ist die sechste EM-Partie, die er bei diesem Turnier kommentiert. Bereits beim Gruppenspiel Spanien - Italien am 10. Juni in Danzig saß er am Mikrofon. «Das war die bisher beste EM-Partie. Die Zuschauer können sich auf ein gutklassiges Endspiel freuen», verspricht Réthy.

Für den Sohn ungarischer Eltern, der in Brasilien aufwuchs, ist es das fünfte große Finale in seiner Reporter-Karriere. Bei den WM-Turnieren 2002 und 2010 sowie den Europameisterschaften 1996 und 2004 war er ebenfalls der Mann für das letzte Match. «Er hat sich durch seine starken Leistungen dafür empfohlen», urteilt ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz über den Fußball-Experten.

Réthy gilt als fachkundiger Analytiker. Er wirft weniger mit Superlativen um sich als einige seine Kollegen und rückt lieber das Spiel als sich selbst in den Vordergrund. Bei den TV-Zuschauern besitzt er ein überwiegend gutes Standing, auch wenn er wie alle Reporter kritisch beobachtet wird und nicht überall Anhänger hat. Die oftmals hitzigen Diskussionen in Internet-Foren oder bei Boulevard-Blättern verfolgt er durchaus.

«Da wird man zunächst zum besten EM-Reporter ernannt und zwei Tage später gewinnt man die Wahl des Reporters, den die Sender als ersten streichen sollten. Das zeigt den satirischen Wert dieser Dinge», urteilt Réthy. Unfehlbar ist er aber nicht. Beim Vorrundenspiel Spanien - Kroatien (1:0) lag er zum Schluss bei der komplizierten Gruppen-Arithmetik daneben. «Da ist mir ein kleiner Rechenfehler unterlaufen», gesteht der ZDF-Starkommentator. «Wir sind keine Roboter.»

Fußball / EM / Medien / Fernsehen
01.07.2012 · 09:38 Uhr
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