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Becker-Kontakt zu Verfassungsschutz fraglich

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Berlin (dpa) - Für Kontakte der Ex-RAF-Terroristin Verena Becker zum Verfassungsschutz Jahre vor der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback gibt es in Stasi-Akten keine handfesten Belege.

«Alles spricht dagegen», sagte der Historiker Tobias Wunschik von der Stasiunterlagen-Behörde am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin.

Die «Bild»-Zeitung hatte berichtet, dass die jetzt inhaftierte Becker schon fünf Jahre vor der Ermordung Bubacks mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz gesprochen haben soll, und sich dabei auf Stasi-Unterlagen bezogen. Die DDR-Staatssicherheit habe ohne Analyse und Prüfung aufgeschrieben, was ein Informant erzählt habe, sagte der Wissenschaftler.

Becker war am Freitagabend in Untersuchungshaft genommen worden. Die 57-Jährige soll an dem Anschlag auf Buback im April 1977 in der Karlsruher Innenstadt beteiligt gewesen sein. Die Bundesanwaltschaft wirft Becker vor, «wesentliche Beiträge zur Vorbereitung und Durchführung des Anschlags» geleistet zu haben.

Becker war im Dezember 1977 wegen einer Schießerei während ihrer Festnahme nach dem Buback-Mord zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 1989 wurde sie begnadigt. Das Verfahren gegen sie im Mordfall Buback war seinerzeit ohne Anklage eingestellt worden.

Dass es während der Haft einen «Deal» zwischen Becker und dem Verfassungsschutz gab, schloss Historiker Wunschik aber nicht aus. Er betonte, dass auch die Stasi Zuträger in der illegalen RAF-Szene gehabt habe.

Terrorismus / RAF
31.08.2009 · 17:53 Uhr
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