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Beamte sollen Handys an Häftlinge verkauft haben

Justizvollzugsanstalt StadelheimGroßansicht

München (dpa) - Ausgerechnet Wachtmeister sollen in einem Münchner Gefängnis trotz des Handyverbots Mobiltelefone an Häftlinge verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft ermittele gegen fünf Beamte, bestätigte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung».

Es gehe um Bestechlichkeit. Sollten sich die Vorwürfe bestätigten, drohen den Wachtmeistern der Justizvollzugsanstalt Stadelheim sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Ob auch Drogen im Spiel waren, werde noch geprüft. Auch wie viele Handys über welchen Zeitraum verkauft wurden, ist noch unklar.

Einer der Beschuldigten sitzt schon in Untersuchungshaft, wurde aber in ein anderes Bundesland gebracht. Bei einem Zweiten wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. «Alle fünf sind vom Dienst suspendiert», sagte der Sprecher des bayerischen Justizministeriums, Wilfried Krames. «Die Beschuldigten haben völlig unabhängig voneinander operiert. Es war nicht etwa ein organisiertes System.» Die Handy-Geschäfte waren bei einer Kontrolle vor Weihnachten aufgeflogen.

In Gefängnissen gilt ein Handyverbot. Etwa Untersuchungshäftlinge könnten sonst beispielsweise Zeugen anrufen und sie beeinflussen. Immer wieder aber werden Mobiltelefone in Gefängnisse geschmuggelt. In Stadelheim, mit 1400 Gefangenen das größte Gefängnis in Bayern, werden nachts in den Gängen Geräte aufgestellt, um Handys zu orten. Viele Gefangene wüssten aber von den Kontrollen und schalteten das Handy nachts gar nicht erst an, hieß es im Ministerium. Ziel sei es, andere Geräte zu installieren, die rund um die Uhr Handys orten könnten.

Kriminalität / Justiz
13.04.2012 · 12:30 Uhr
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