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BBC greift im Iran auf Amateur-Bilder zurück

London (dpa) - Bei der schwierigen Berichterstattung im Iran verlässt sich der renommierte britische Sender BBC hauptsächlich auf Amateur-Aufnahmen. Weil Kamerateams auf der Straße das Filmen verboten worden sei, nutze der Sender Bilder und Videos aus den Internet-Plattformen Facebook und Twitter.

Dies sagte der Fernsehdirektor des BBC World Service, Peter Horrocks, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in London. Zudem erhalte die Redaktion von «BBC Persian» ständig eigene Bilder von Iranern. Die BBC wolle mit der Nutzung von Bildern und Videos das Problem umgehen, dass viele Informationen nicht auf ihre Richtigkeit überprüft werden könnten. «Wir machen deutlich, dass unsere Journalisten nicht in der Lage sind, Sachverhalte zu bestätigen», sagte Horrocks. Tausende Informationen gingen täglich ein - für eine Bestätigung erreiche man oft niemanden.

«Man kann nicht alles prüfen, man muss sein Urteilsvermögen dafür nutzen, was plausibel ist», sagte Horrocks. Manchmal tauchten Informationen auf Twitter auf, die die BBC dann von eigenen Kontaktpersonen gegenprüfen lasse. Ein Bild sei aber oft verlässlicher als eine Information. «Bei den Bildern, die wir erhalten, ist die Echtheit ziemlich klar. Und sie sind einfacher zu nutzen als eine SMS, in der es heißt, ein Studentenheim wurde verwüstet.»

Kamerateams gingen das Risiko ein, von Behörden bei den derzeit unerlaubten Aufnahmen im Freien ertappt zu werden, sagte Horrocks. «Das Risiko beschränkt sich auf Einschüchterungen. Das schlimmste, was unseren Teams passieren kann, ist des Landes verwiesen zu werden.» Die Lage könne sich aber verschlimmern, «wenn die Gewalt, die von den Behörden angeheizt wird, zunimmt».

Konflikte / Wahlen / Medien / Iran / Großbritannien
18.06.2009 · 11:44 Uhr
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