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Bayern-SPD will mit jungen Köpfen aus dem Dauertief

Florian PronoldGroßansicht
Weiden (dpa) - Die bayerische SPD hat nach ihren Wahlpleiten der vergangenen Monate einen Generationswechsel vollzogen und will nun mit einem neuen Team die Trendwende schaffen. Ein Landesparteitag wählte den 36-jährigen Bundestagsabgeordneten Florian Pronold zum neuen Vorsitzenden.

Generalsekretärin ist die 41 Jahre alte Natascha Kohnen. Pronold löste den 65-jährigen Ludwig Stiegler ab, der nach sechs Jahren Amtszeit nicht wieder antrat. Der Posten des Generalsekretärs war in den vergangenen fünf Jahren unbesetzt.

Der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering sprach der Bayern-SPD nach ihren schweren Niederlagen Mut für die Bundestagswahl zu: «Wir wollen gewinnen, wir müssen gewinnen, wir werden gewinnen.»

Die SPD hatte in Bayern bei der Europawahl im Juni nur noch 12,9 Prozent der Stimmen bekommen. Im September vergangenen Jahres war sie bei der Landtagswahl auf 18,6 Prozent abgestürzt.

Die Delegierten in Weiden wählten den Niederbayern Pronold mit 89,7 Prozent zum neuen Landeschef. Die aus München kommende Generalsekretärin Kohnen erhielt mit 93,6 Prozent eine noch größere Zustimmung.

Müntefering verwies auf eine lange Reihe erfolgreicher bayerischer Sozialdemokraten von Wilhelm Hoegner - dem Vater der bayerischen Verfassung und bislang einzigen SPD-Ministerpräsidenten im Freistaat - bis zum Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. «Die Europawahl war eine verdammt miese Sache», räumte Müntefering ein. Die SPD könne aber eine Wende erreichen, wenn sie kämpfe.

Auch Pronold forderte mehr Optimismus und Siegeswillen von seinen Parteifreunden. «Wir müssen uns ins Gewinnen verlieben», sagte er. Auf dem eingeschlagenen Kurs könne es aber nicht weitergehen. «Wenn wir diese Wahlergebnisse erst nehmen, müssen wir uns verändern.» Einen Schwerpunkt will Pronold in der Arbeitspolitik mit Themen wie dem Kündigungsschutz setzen. Die Arbeit müsse den Menschen Erfüllung bieten und dürfe nicht die Knochen kosten, sagte er.

Pronolds Vorgänger Stiegler räumte in seiner Abschiedsrede unumwunden ein, dass es für die Sozialdemokraten in den vergangenen Jahren trotz Regierungsverantwortung in Berlin massiv abwärtsgegangen sei. «Die Zeit in der Regierung hat uns unglaublich viel Substanz gekostet», sagte er in einer «nüchternen Bilanz» der Zeit seit 1998. Müntefering erteilte dem als Landeschef erfolglosen Stiegler von der Bühne herunter gleichsam die Absolution: «Jetzt bist du von allen Sünden erlöst.»

Parteien / SPD / Parteitag / Bayern
12.07.2009 · 15:10 Uhr
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