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Baustopp für Kraftwerk im Amazonas-Gebiet

Februar 2011: Ureinwohner protestieren in Brasilia  gegen den Bau des Wasserkraftwerkes im Amazonas-Gebiet.

Belém (dpa) - In Brasilien geht das juristische Tauziehen um den bereits begonnenen Bau des drittgrößten Wasserkraftwerkes der Welt weiter. Ein Gericht verfügte einen sofortigen Stopp der Arbeiten am Werk Belo Monte und folgte damit der Klage eines lokalen Fischzucht- und Exportverbandes.

Dieser sieht durch die geplante Umleitung des Flusses Xingu im Amazonas-Gebiet im Bundesstaat Pará die Existenz von 1000 Fischer-Familien gefährdet. Die Regierung kündigte Rechtsmittel gegen die Entscheidung an.

Bis auf weiteres darf das Konsortium Norte Energia S.A. (Nesa) die Arbeiten allerdings nicht fortsetzen. Richter Carlos Eduardo Castro Martins verbot in seinem Urteil vom Mittwochabend (Ortszeit), «die Installierung von Häfen, Explosionen, den Bau von Dämmen, die Ausbaggerung von Kanälen» sowie jede Arbeit, die den natürlichen Lauf des Xingu beinträchtige und Veränderungen bei der Fischpopulation bewirken könnte. Der Ausbaggerung von Kanälen und der Dammbau könnten Schäden für die am Flussufer lebende Bevölkerung nach sich ziehen.

Etwaige Verstöße gegen die Auflage würden mit einer Strafe von 200 000 Reais (81 000 Euro) pro Tag geahndet. Energieminister Márcio Zimmermann, machte am Donnerstag klar, dass Norte Energia und die Regierung bereits die Vorkehrungen treffe, um gegen die Einstweilige Verfügung zu klagen. Belo Monte wäre mit einer Leistungskapazität von 11 233 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem binationalen Itaipú-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay.

Allerdings wird mit einer weitaus geringeren Durchschnittsleistung von 4419 Megawatt gerechnet. Die Regierung in Brasília hält das Wasserkraftwerk rund 40 Kilometer von der Stadt Altamira entfernt zur Sicherung der Energieversorgung für notwendig. Kritiker fürchten dagegen, dass durch das Wasserkraftwerk zwischen 30 000 und 40 000 Menschen umgesiedelt werden müssen. Mehr als 500 Quadratkilometer Fläche müssen für die Staubecken überflutet werden.

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Justiça Federal Pará
Energie / Umwelt / Brasilien
30.09.2011 · 09:13 Uhr
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