News
 

Barack Obama: Hoffnungsträger für die ganze Welt

US-Präsident Barack Obama ist mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.
Hamburg (dpa) - Barack Obama ist der erste schwarze US-Präsident. Bereits seine Kandidatur um das höchste Amt im Land galt als Zeichen, dass die Rassenschranken in den Vereinigten Staaten immer niedriger werden.

In seiner bisherigen Amtszeit hat er sich vor allem für eine Welt ohne Atomwaffen stark gemacht und sich bemüht, das Verhältnis zu den Muslimen zu verbessern. In Prag und Kairo hielt er bahnbrechende Reden. Er habe das weltpolitische Klima in den ersten neun Monaten seiner Amtszeit maßgeblich verbessert, würdigte das Nobelkomitee.

Innenpolitisch bläst ihm dagegen der Wind ins Gesicht. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat Obama viel Kraft gekostet und mit der von ihm maßgeblich initiierten Gesundheitsreform beißt er nicht nur bei den oppositionellen Republikanern auf Granit.

Auch in der Außenpolitik stehen ersten Erfolgen - etwa bei der Anbahnung von Atomgesprächen mit dem Iran - auch Minuspunkte gegenüber. Die Schließung des umstrittenen Gefangenenlagers Guantánamo - von Obama als erste Entscheidung überhaupt gefällt - verzögert sich. Der Afghanistan-Einsatz - häufig als «sein» Krieg tituliert - kostet mehr und mehr US-Soldaten das Leben. Über die Aufstockung der Truppen herrscht Uneinigkeit zwischen Obama und

Obama wurde am 4. August 1961 als Sohn eines schwarzen kenianischen Austauschstudenten und einer weißen Amerikanerin auf Hawaii geboren. Dort wuchs er die ersten Jahre auf. Nach der Trennung der Eltern heiratete die Mutter einen Indonesier, die Familie zog nach Jakarta, wo Obama bis 1971 auf die Schule ging. Danach wuchs er bei seinen weißen Großeltern in Hawaii auf.

Nach einem Politikstudium in New York, Sozialarbeit in Chicago und einem Jurastudium an der Eliteuniversität Harvard lehrte Obama an der Universität von Chicago Rechtswissenschaft - und bereitete sich auf seine politische Karriere vor. 1996 schaffte er den Sprung in den Senat des Bundesstaates Illinois, 2004 in den US-Senat in Washington.

Bereits im Februar 2007 kündigte Obama seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur an. Zunächst galt er als hoffnungsloser Außenseiter. Wahlexperten waren überzeugt, dass Obama gegen die ehemalige First Lady Hillary Clinton keine Chance habe. Doch er überzeugte mit rhetorischer Brillanz, die die Menschen fesselte. Seine Botschaft war eingängig: «Hoffnung», «Wandel» und «Versöhnung».

Am 20. Januar 2009 wurde Obama in Washington als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Er gilt als nachdenklicher, pragmatischer links-liberaler Politiker, der vor allen den ritualhaften Parteienstreit und den Politikstil in Washington überwinden will. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Beschränkung des Einflusses der Lobbyisten und höhere Steuern für die Reichen. Obama will die US-Truppen aus dem Irak zurückziehen, von den Europäern erwartet er aber ein stärkeres Engagement in Afghanistan.

Nobelpreise / International
09.10.2009 · 13:13 Uhr
[2 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
14.12.2017(Heute)
13.12.2017(Gestern)
12.12.2017(Di)
11.12.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen