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Bangkok besteht auf Protestende vor Verhandlungen

Die Demonstranten in Bangkok verlangen einen Abzug der Soldaten, die Regierung verlangt zuerst ein Ende der Proteste.
Bangkok (dpa) - Nach fünf Tagen blutiger Kämpfe in Bangkok haben Bemühungen um eine Verhandlungslösung der Krise am Dienstag an Fahrt gewonnen. Allerdings blieb der Graben zwischen Oppositionellen und Regierung tief: Beide Seiten beharren weiter darauf, dass die andere den ersten Schritt tut.

Die Scharmützel gingen an mehreren Stellen weiter: Demonstranten schleuderten Brandbomben, Soldaten schossen. Neue Opfer wurden zunächst nicht gemeldet. Seit Donnerstag waren 37 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 250 verletzt worden.

Mehrere tausend Rothemden, die die Regierung zum Rücktritt zwingen wollen, kampierten weiter in dem Ratchaprasong-Geschäftsviertel, das sie seit Ostern besetzt halten. Die Armee zog ihre Schlinge um das Gelände enger. Sie baute neue Stacheldraht-Sperren auf und ließen nur reguläre Einwohner in das Viertel.

Die Rothemden begrüßten das Vermittlungsangebot von Prasobsuk Boondej, dem Präsidenten der zweiten thailändischen Parlamentskammer, des Senats. «Wir sind sofort zu Verhandlungen bereit», sagte einer der Anführer des Oppositionsbündnisses UDD, Nattawut Saikua. Er rief die Armee auf, den Schießbefehl aufzuheben. Die Regierung ihrerseits bedankte sich auch für das Vermittlungsangebot, verlangte aber zuerst ein Ende der Proteste. Der Armee-Einsatz werde weitergehen, sagte Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn.

Die Regierung habe sich immer für Verhandlungen eingesetzt, sagte Sathit Wongnongtoey, Staatssekretär im Büro des Ministerpräsidenten. Das Angebot von Regierungschef Abhisit Vejjajiva mit vorgezogenen Wahlen im November hätte die UDD aber abgelehnt, offenbar auf Geheiß eines «Drahtziehers» im Ausland. Er meinte damit Thaksin Shinawatra, den 2006 gestürzten Regierungschef. Er ist der Mentor der Demonstranten und hat sie wochenlang bei ihren Protesten angefeuert.

Einer der gemäßigten UDD-Anführer, Veera Musigkapong, verhandelte parallel mit dem Vize-Regierungschef Suthep Thaungsuban, verlautete aus der Regierung. «Es gibt gute Anzeichen», meinte der Politologe Gothom Areeya. «Beide Seiten müssen sich darauf einigen, das Schießen einzustellen und mindestens 500 Meter Abstand zu halten.»

Die Sicherheitskräfte beteuerten erneut, dass Soldaten nur schießen, wenn ihr eigenes oder anderes Leben in Gefahr ist. Sie zeigten Videoaufzeichnungen, auf denen militante Demonstranten zu sehen waren, die Polizisten und Soldaten angriffen. Sie sind überzeugt, dass unter den Rothemden Bewaffnete sind, die die Menge durch gezielte Schüsse auf Unschuldige aus dem Hinterhalt weiter gegen die Sicherheitskräfte aufbringen wollen.

Konflikte / Thailand
18.05.2010 · 15:23 Uhr
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