News
 

Bangen in Flutgebieten geht weiter

Hält der Wall?Großansicht

Potsdam/Wittenberg (dpa) - In den Hochwassergebieten in Brandenburg und in Sachsen-Anhalt geht das Bangen weiter. Das Wasser drückte auch am Freitag gegen die Deiche. Erst für Sonntag rechnen die Experten großräumig mit Entspannung.

Besonders betroffen sind der Landkreis Elbe-Ester im Süden Brandenburgs sowie der Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Dort mussten kleinere Orte evakuiert werden. An Spree und Neiße sanken die Pegelstände leicht. Der Hochwasserscheitel der Neiße floss in die Oder an der polnischen Grenze.

Das Örtchen Waltersdorf in Sachsen-Anhalt war abgeschnitten, weil das Hochwasser der Schwarzen Elster die Straßen überflutet hatte. 20 Bewohner sollten mit Rettungsboten aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Im nahe gelegenen Löben waren Helfer des Roten Kreuzes mit Booten unterwegs, um die 200 Einwohner in Sicherheit zu bringen. Nach Behördenangaben nahmen aber nur 30 Menschen das Angebot an.

Hubschrauber der Bundeswehr flogen Sandsäcke zu den Dämmen. Beim nahe gelegenen Meuselko war ein Deich gebrochen. In dem Ort wurde auch ein Kinderheim evakuiert. «Es sieht stellenweise verheerend aus. Häuser stehen deutlich unter Wasser», sagte die Sprecherin des Landkreises Wittenberg. Im Einsatz sind vier Bundeswehrhubschrauber, um große Sandsäcke heranzuschaffen.

Nach der vierten Flut in Brandenburg in diesem Jahr versprach Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), mehr Überflutungs- und Polderflächen zu schaffen. Nötig sei dabei eine noch engere Zusammenarbeit mit den angrenzenden Ländern Polen und Tschechien, sagte Platzeck der Nachrichtenagentur dpa.

Für den Hochwasserabschnitt der Schwarzen Elster in Südbrandenburg rechnet der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude, erst für das Wochenende mit einer Entspannung. «Der Pegel in Herzberg wird voraussichtlich erst in der Nacht zum Sonntag unter die höchste Stufe 4 fallen», sagte er am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. «Es gibt hier noch keine Entwarnung.» Dagegen könnten die Anwohner der flussaufwärts liegenden Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda langsam aufatmen. Die Lage werde dort nicht schlimmer. In der Oder sei für Sonntag zwischen Neiße-Mündung und Frankfurt (Oder) mit der zweithöchsten Alarmstufe 3 zu rechnen.

Die Pegelstände der Spree in Spremberg und Cottbus sanken den Angaben zufolge. Für die Spree zwischen der Landesgrenze zu Sachsen und Spremberg wurde die Alarmstufe von 4 auf 3 zurückgenommen. Die Pegelstände der Neiße bewegten sich am frühen Nachmittag im Bereich der Alarmstufen 1 und 2. «In den Landkreisen Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz sanken die Wasserstände in den Flüssen so weit, dass die regionalen Krisenstäbe ihre Arbeit einstellen konnten», teilte der Katastrophenschutz in Potsdam mit.

Im Landkreis Elbe-Elster dagegen kam es bei Uebigau-Wahrenbrück zu einer Überschwemmung. Das Wasser strömte über die Deichkrone, berichtete der Katastrophenstab. Menschen seien jedoch nicht gefährdet. Zwei Hubschrauber der Bundeswehr transportierten seit dem Morgen Sandsäcke zu dem gefährdeten Deichabschnitt.

Platzeck sprach sich für eine Hochwasserschutz-Konferenz aus. Bei dem jüngsten Treffen der Ost-Ministerpräsidenten am Donnerstag in Schwerin sei erneut deutlich geworden, wie insbesondere Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt unter den immer häufigeren Hochwassern litten. «Ich gehe davon aus, dass auch der Bundesumweltminister - gerade nach der Dichte der Ereignisse - die Notwendigkeit des Themas sieht», sagte Platzeck.

Meldezentrum Brandenburg

Meldezentrum Sachsen-Anhalt

Landkreis Wittenberg

Wetter / Hochwasser
01.10.2010 · 20:03 Uhr
[1 Kommentar]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
30.03.2017(Heute)
29.03.2017(Gestern)
28.03.2017(Di)
27.03.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen