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Ban will 550 Millionen Dollar Soforthilfe für Haiti

UN-Generalsekretär Ban will «sehr bald» selbst nach Haiti reisen.Großansicht
New York (dpa) - Für die Erdbebenopfer in Haiti wollen die Vereinten Nationen 550 Millionen Dollar (etwa 380 Millionen Euro) Soforthilfe bereitstellen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte am Freitag in New York an, das Geld noch am selben Tag von den Mitgliedsländern einzufordern.

Bislang zugesagt seien 350 Millionen Dollar, wovon allerdings ein Teil direkt nach Haiti fließt und nicht Teil der UN-Anforderung ist. Die Vereinten Nationen hatten zuvor bereits zehn Millionen Dollar aus ihrem Nothilfefonds bewilligt.

Das Geld solle für Essen und Wasser, aber auch für Unterkünfte ausgegeben werden, sagte Ban. «Dafür werden wir Fertigmahlzeiten und kalorienreiche Spezialkekse beschaffen. Außerdem brauchen wir Zelte und nochmal Zelte.» Es fehle zudem an Transportmöglichkeiten und Treibstoff. Auch weitere Helfer würden noch gesucht, vor allem Mediziner. Ban kündigte an «sehr bald» nach Haiti zu reisen. «Das soll den Menschen unsere Solidarität zeigen.» Einen Termin nannte er nicht.

Nach Bans Angaben versorgt das Welternährungsprogramm derzeit 8000 Menschen in Haiti. «Das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber diese Zahl soll rasch wachsen. Innerhalb von zwei Wochen sollen eine Million, innerhalb eines Monats zwei Millionen Menschen versorgt werden.» Nach seinen Angaben sind derzeit drei Millionen Menschen ohne Hilfe, die Hälfte der Häuser in der Hauptstadt Port-au-Prince sei zerstört. «Wir bitten Sie um Geduld», sagte Ban auf Französisch, «aber wir sind bei Ihnen».

Berichte, dass Lager des Ernährungsprogramms geplündert worden seien, bestätigten die UN nicht. «Allerdings sind einige schwer beschädigt und nicht problemlos zugänglich», sagte ein Sprecher. Genauere Opferzahlen gebe es noch immer nicht, auch nicht für die UN-Mitarbeiter. «Bislang können wir den Tod von 37 unserer Mitarbeiter bestätigen, 36 von der Friedensmission und einer vom Ernährungsprogramm. Es werden allerdings noch 330 vermisst.» Einige würden unter den Trümmern des eingestürzten Hauptquartiers vermisst. «Aber viele konnten sich bestimmt nur noch nicht melden, weil die gesamte Kommunikation zusammengebrochen ist.»

Erdbeben / UN / Haiti
15.01.2010 · 23:12 Uhr
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