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Ban Ki Moon fordert Freilassung von Suu Kyi

Ban Ki Moon und Than ShweGroßansicht
Rangun (dpa) - Bei seinem Besuch in Birma hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Militärjuntachef Than Shwe direkt aufgefordert, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi freizulassen.

Er verlangte bei einem Treffen mit Than in der abgelegenen Hauptstadt Naypyidaw auch Freiheit für die 2100 anderen politischen Gefangenen, berichteten mitreisende Reporter. Der General gilt als schärfster Kritiker der Oppositionspolitikerin und soll seinen Untergebenen verboten haben, ihren Namen in seiner Gegenwart auszusprechen.

Ban Ki Moon verlangte gleichzeitig ein Gespräch mit Suu Kyi, die im berüchtigten Insein-Gefängnis in Rangun eingesperrt ist. Ihr wird gerade der Prozess wegen Verletzung der Auflagen ihres Hausarrests gemacht. Die Verhandlung sollte nach mehreren Unterbrechungen am Freitag fortgesetzt werden, doch bliesen die Richter die Sitzung am Morgen abrupt ab. «Die Richter im Insein-Gefängnis sagen, sie warten noch auf Dokumente vom Obersten Gericht», sagte ihr Anwalt Nyan Win. Der Prozess soll nun am 10. Juli weitergehen.

Ban Ki Moon war am Morgen in Rangun eingetroffen und nach Naypyidaw weitergeflogen. Die neue Hauptstadt 350 Kilometer nördlich von Rangun hatten die Generäle vor einigen Jahren aus dem Boden gestampft - aus Angst, bei einer Invasion vom Meer feindlichen Mächten in die Hände zu fallen. In Naypyidaw war auch ein Treffen mit Vertretern von Suu Kyis Oppositionspartei NLD geplant. Die NLD hatte 1990 die Wahlen gewonnen, die die Junta nie anerkannte. Ein Jahr später erhielt sie für ihren friedlichen Einsatz für Demokratie den Friedensnobelpreis. Im kommenden Jahr sind neue Wahlen geplant.

Der Prozess gegen Suu Kyi (64) hat weltweit Empörung ausgelöst. US-Präsident Barack Obama sprach von einem Schauprozess, ebenso die Europäische Union. Die Anklage bezieht sich auf den mysteriösen Besuch des Amerikaners John Yettaw. Er war Anfang Mai angeblich ungesehen durch einen See zu Suu Kyis schwer bewachten Haus geschwommen und hatte 72 Stunden dort verbracht.

Exil-Birmanen sagen, die Junta nutze den dubiosen Zwischenfall, um die populäre Politikerin vor den Wahlen aus dem Verkehr zu ziehen. Ihr Hausarrest wäre Ende Mai abgelaufen. Sie hat fast 14 der vergangenen 20 Jahre unter Hausarrest verbracht und ist die einzige Preisträgerin hinter Gittern.    Ban war zuletzt nach dem verheerenden Zyklon Nargis im Mai vergangenen Jahres in Birma. Er hatte sich dort ein Bild von den Schäden gemacht. Bei der Naturkatastrophe kamen wahrscheinlich 140 000 Menschen ums Leben.

UN / Menschenrechte / Birma
03.07.2009 · 16:04 Uhr
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