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«BamS»: Differenzen vor tödlichem Bundeswehr-Einsatz

Bundeswehrsoldaten im Feldlager Feisabad in Afghanistan.Großansicht
Berlin (dpa) - Im Vorfeld der Operation, bei der am Donnerstag vier Deutsche Soldaten ums Leben gekommen sind, ist es nach einem Bericht der «Bild am Sonntag» zu Differenzen zwischen der deutschen Einsatzleitung in Nordafghanistan und dem US-geführten Hauptquartier in Kabul gekommen.

Wie das Blatt schrieb, hatte die deutsche Einsatzleitung schwere Bedenken gegen die Operation, die der Kommandeur des Regionalkommandos für Nord-Afghanistan, Brigadegeneral Frank Leidenberger, schriftlich beim Joint Command in Kabul geltend gemacht habe.

Die Einsatzzentrale, die dem Kommandeur der internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF), US-General Stanley McChrystal, untersteht, bestand jedoch auf einem zeitnahen Beginn der Operation. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte im Grundsatz die Differenzen. Ein Sprecher von Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zu «Bild am Sonntag»: «Der Kommandeur des ISAF Regionalkommando Nord hat darauf hingewiesen, dass aufgrund eines Kontingentwechsels keine maximale Unterstützung für die Operation zu diesem Zeitpunkt möglich wäre und sie durch andere Kräfte von Verbündeten ausgeglichen werden müsse.»

Offenkundig sah nach dem Bericht der Zeitung General Leidenberger seine Truppe, die gerade wieder den alle paar Monate fälligen Komplett-Austausch bewältigt hatte, dem Auftrag nicht gewachsen. Die deutschen Bedenken gegen den Beginn der Operation Taohid richteten sich nicht nur gegen den Zeitpunkt, sondern auch gegen die Zuverlässigkeit der verbündeten afghanischen Armee (ANA). Statt der zugesagten 1300 ANA-Soldaten waren zu Beginn der Operation nach «Bild am Sonntag»-Informationen nur einige Hundert verfügbar.

Ein deutscher Offizier sagte dazu «Bild am Sonntag»: «Das ist immer so. Wir wissen nie, wie viele ANA-Soldaten wirklich kommen.» Unverständnis herrscht im deutschen Kontingent nicht nur über das Vorgehen des Joint Command in Kabul in der Operation Taohid. Wenig Verständnis habe man dort auch für die Vorschrift, dass alle größeren Operationen der ISAF-Truppen 24 Stunden vorher den afghanischen Behörden gemeldet werden müssen. Damit soll die Zivilbevölkerung die Chance erhalten, sich in Sicherheit zu bringen. Doch häufig seien dadurch auch die radikalislamischen Taliban-Kämpfer über den Verbleib der deutschen Soldaten informiert.

Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
18.04.2010 · 11:54 Uhr
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