News
 

Bakijew-Anhänger besetzen Flughafen in Kirgistan

Proteste in KirgistanGroßansicht
Bischkek/Moskau (dpa) - Fünf Wochen nach dem Sturz des autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew in Kirgistan spitzt sich die Lage im Süden des zentralasiatischen Landes wieder zu. Anhänger Bakijews übernahmen die Kontrolle über den Flughafen der südlichen Großstadt Osch.

Das meldete die Agentur Akipress am Donnerstag. Zudem wurden nach Medienangaben die Gouveneurssitze in Osch, Batken sowie Dschalal-Abad von Gegnern der Übergangsregierung gestürmt. Sie hängten Spruchbänder mit Aufschriften wie «Bakijew - Unser Präsident» auf. Die Region gilt als Hochburg des nach Weißrussland geflohenen Ex-Präsidenten.

Die Übergangsregierung in der Hauptstadt Bischkek ernannte den amtierenden Verteidigungsminister Ismail Issakow zum Sondergesandten für den Süden. Kurz darauf flog Issakow in das Unruhegebiet.

In Osch zog der frühere Gouverneuer Mamasadyk Bakirow wieder in den Amtssitz ein. Er kündigte in einem Telefonat mit der russischen Staatsagentur Ria Nowosti an, weitere Städte im islamisch- konservativen Süden wieder übernehmen zu wollen.

Eine Rückeroberung des Gouverneurssitzes in Osch durch Anhänger der Interimsregierung scheiterte zunächst. Vor dem Gebäude standen sich Unterstützer Bakijews sowie der neuen Führung gegenüber, die vorerst von der Polizei getrennt werden konnten. Der wiedereingesetzte Gouverneur Bakirow ließ Bürgermilizen bilden, um Plünderungen und Brandschatzungen zu verhindern.

Bakijew hatte sich nach dem blutigen Volksaufstand Anfang April zunächst im Süden aufgehalten. Dort demonstrieren fast täglich Hunderte seiner Anhänger für seine Rückkehr. Schließlich war Bakijew über das Nachbarland Kasachstan nach Weißrussland ausgeflogen. Die kirgisische Übergangsregierung hat in Minsk die Auslieferung Bakijews beantragt. Der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko lehnt dies jedoch ab.

Kirgistan / Innenpolitik
13.05.2010 · 18:28 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

Weitere Themen