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Bahnindustrie wird von Krise erfasst

Berlin (dts) - Mit einiger Verzögerung fährt nun auch die deutsche Bahnindustrie in die Krise. Nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens SCI, die der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe) exklusiv vorliegt, vermelden derzeit nur noch drei Prozent der Bahnbauer und Schienentechnikhersteller gut gefüllte Auftragsbücher - im vorangegangenen Quartal waren es noch 17 Prozent. Die aktuelle Geschäftslage wird kritischer eingeschätzt als im Vorquartal. Der Geschäftsklimaindex von SCI für die Branche ist im Vergleich zur letzten Erhebung insgesamt gesunken. Ebenfalls pessimistisch sind die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate: Mehr als ein Fünftel der von SCI Befragten rechnen mit einem weiteren Abschwung der Branche. Jedes vierte Unternehmen geht davon aus, dass im Verlauf des Jahres Mitarbeiter abgebaut werden. "Auslaufende und gestoppte Verträge, nicht eingelöste Optionen und gestreckte Auslieferungen zwingen die Unternehmen, über Entlassungen nachzudenken", sagte SCI-Chefin Maria Leenen. Auch der Verband der deutschen Bahnindustrie (VDB) schätzt die Situation der Branche nach den Boomjahren 2007 und 2008 kritisch ein: "Die Unternehmen spüren die Krise. Die Zukunftsaussichten in verschiedenen Marktsegmenten sind unsicherer geworden", sagte VDB-Hauptgeschäftsführer Ronald Pörner der "Welt". "Sorgen bereitet insbesondere die rückläufige Entwicklung des Güterverkehrs." Der VDB rechnet für dieses Jahr mit einem zweistelligen Minus bei der Transportleistung. Entsprechend gering fallen die Nachfrage und Investitionsbereitschaft der Bahnbetreiber aus.
DEU / Zugverkehr / Wirtschaftskrise
18.02.2010 · 15:08 Uhr
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