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Bahn bestreitet mangelnde Wartung von ICE

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Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn hat einen Bericht über die angeblich mangelhafte Wartung ihrer ICE-Schnellzüge zurückgewiesen. Bahnchef Rüdiger Grube entschuldigte sich unabhängig davon bei den Fahrgästen für die vielen Einschränkungen und Zugausfälle im Fernverkehr in diesem Winter.

Grube machte die ICE-Hersteller für die technischen Probleme bei den ICE verantwortlich. Das ARD-Magazin «Kontraste» berichtete unter Berufung auf interne Unterlagen, die ICE-Züge seien «mit teilweise defekten und deshalb abgeschalteten Bremsen unterwegs». Aus diesem Grund verringere die Bahn die Geschwindigkeit der betroffenen Züge, was zu zahlreichen Verspätungen führe. Ein Bahnsprecher erwiderte am Donnerstag in Berlin, kein Zug verlasse die Werkstatt, «der nicht gemäß aller eisenbahntechnischen Regelwerke gewartet und überprüft wurde».

«Prinzipiell» verfüge der DB-Konzern über ausreichende Ressourcen für Wartung und Instandhaltung, so dass die Fahrzeuge uneingeschränkt zur Verfügung stehen, versicherte er. Das Winterwetter in Kombination mit häufiger notwendigen Ultraschall-Untersuchungen von ICE-Achsen führe jedoch dazu, dass nicht immer ausreichend Fahrzeuge einsatzbereit seien. Die Zahl der Fahrzeugstörungen sei in den vergangenen Wochen «durch die extreme Witterung» mit Minusgraden, Eisregen und Schneeverwehungen «deutlich angestiegen», heißt es in einer Stellungnahme der Bahn.

Nach Informationen des Hessischen Rundfunks ist an manchen Tagen nur noch jeder dritte Zug pünktlich. Bahnchef Grube sagte dem Sender am Donnerstag zu den ICE-Problemen: «Die Hersteller haben nicht die Qualität geliefert, die bestellt und bezahlt war.» Man habe sich mit Teilen der Industrie auf eine Schadensregulierung geeinigt. «Es muss ja einen guten Grund für die Bereitschaft der Hersteller geben, einen Teil der Ausfallkosten zu tragen.» So müssten beispielsweise die Radsatzwellen der ICE-Züge innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre ausgetauscht werden.

«Kontraste» zitiert aus einem internen Rundbrief des Bahn-Vorstands an die Mitarbeiter. Darin heißt es nach diesen Angaben: «Im Zeitvergleich beobachten wir heute einen spürbar instabileren Betrieb. Da fehlen uns manchmal die Ressourcen, die Fahrzeuge in den Zustand zu bringen, den ein verlässlicher und hochwertiger Betrieb erfordert.»

Die «Kontraste»-Sendung wird heute (Donnerstag) um 21.45 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

Verkehr / Bahn
14.01.2010 · 17:22 Uhr
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