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Babymord: Sechseinhalb Jahre Haft für Mutter

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Braunschweig (dpa) - Eine Mutter, die für den Tod ihrer beiden Kinder kurz nach der Geburt verantwortlich ist, muss für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Frau sei des zweifachen Totschlags schuldig, urteilte das Braunschweiger Landgericht am Montag.

Die 36-Jährige hatte 2005 ihrem ersten Kind gleich nach der Geburt die Kehle durchgeschnitten und es am Waller See bei Braunschweig vergraben. Das zweite Kind war im Frühjahr 2011 bei der Geburt in der Badewanne ertrunken. In diesem Fall handele es sich um einen Totschlag durch Unterlassen, sagte der Vorsitzende Richter. Die Frau hatte beide Taten gestanden.

Im Frühsommer 2005 hatten spielende Kinder im Landkreis Gifhorn nahe der Braunschweiger Stadtgrenze an einem Badesee die verscharrte Leiche eines Neugeborenen entdeckt. Sechs Jahre später wurde die Mutter ermittelt. Nach einer verheimlichten Schwangerschaft hatte sie 2005 ihrem Kind gleich nach der Geburt die Kehle durchgeschnitten. Die Leiche des kleinen Mädchens steckte sie in eine Plastiktüte und vergrub diese am Waller See. Weil sich die Frau durch die extrem schwierige Geburt ohne fremde Hilfe in einem Ausnahmezustand befunden habe, sei von verminderter Schuldfähigkeit auszugehen, sagte der Richter.

Zur Leiche des zweiten Neugeborenen hatte die Frau Polizisten kurz nach ihrer Festnahme im Frühjahr 2011 geführt. Das Mädchen, das bei der Geburt in der Badewanne ertrunken war, lag in einer Mülltonne. «Sie hat nichts unternommen, um eine sichere Geburt zu gewährleisten», betonte Knieriem. Deshalb handele es sich um einen Totschlag durch Unterlassen.

Unmittelbar nach der Urteilsverkündung erklärte Verteidigerin Gabriele Rieke, ihre Mandantin wolle den Richterspruch annehmen. «Das ist in so schwierigen Verfahren sehr ungewöhnlich», meinte Richter Knieriem. Da auch Oberstaatsanwältin Kirsten Stang auf weitere Rechtsmittel verzichtete, ist das Urteil rechtskräftig.

Prozesse / Kriminalität
14.11.2011 · 12:18 Uhr
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