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Australischer Forscher entdeckt in Albert Göring einen "zweiten Oskar Schindler"

Sydney (dts) - Der jüngere Bruder des Hitler-Vertrauten Hermann Göring, Albert, hat nach Erkenntnissen des australischen Forschers William Hastings Burke Hunderten Menschen das Leben gerettet, die von den Nationalsozialisten verfolgt und bedroht wurden. Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete Burke von seinen aufsehenerregenden Recherchen und seinem Buch "Hermanns Bruder". Wie Oskar Schindler habe Albert Göring einen Teil der von ihm Geretteten aufgelistet.

"Er schrieb die Liste 1945 in amerikanischer Gefangenschaft, fast alle Angaben konnten überprüft und bestätigt werden", so Burke. Aber Göring habe auch Häftlingen geholfen, die er nicht namentlich kannte: "Albert Göring fuhr mit Lastwagen zu einem KZ, gab sich als Bruder des Reichsmarschalls zu erkennen und verlangte Arbeiter für die Skodawerke. Als er mit ihnen in Sicherheit war, ließ er sie fliehen." Nach den Forschungsergebnissen Burkes brachte sich Albert Göring damit selbst mehrfach in ernste Gefahr: "Er wurde viermal verhaftet, dreimal von der Gestapo. Natürlich gab ihm sein Name Schutz, aber gefahrlos war es nie. 1938 sah er in Wien eine alte Dame, der SA-Leute ein Schild umhängten: `Ich bin eine Saujüdin!` Albert ging hin, nahm der Frau das Schild ab, prügelte sich mit den SA-Männern und wurde verhaftet. Sie ließen ihn wieder frei, als ihnen klar wurde, wer er war. Aber als er sich prügelte, war er so gefährdet wie jeder andere auch." Albert Göring starb 1966. "Hermanns Bruder" erscheint in Deutschland am 21. Mai.
Australien / Wissenschaft
05.05.2012 · 08:37 Uhr
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