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Aussichtsreichste Ministerpräsidenten-Kandidaten

Saarbrücken/Erfurt/Dresden (dpa) - Bei den heutigen Landtagswahlen können sich die Amtsinhaber, aber auch Oppositionskandidaten Hoffnungen auf das Ministerpräsidentenamt machen. Die aussichtsreichsten Kandidaten in Saarbrücken, Erfurt und Dresden im Kurzporträt:

An der Saar Regierungschef gegen Vor-Vorgänger

PETER MÜLLER (CDU): Seit 1999 regiert Müller an der Saar mit absoluter Mehrheit - und wird diese wohl bei der Landtagswahl einbüßen. Der bodenständige Landesvater aus Eppelborn muss kämpfen und warnt vor allem vor der Rot-Roten-Gefahr. Zudem verweist der Jurist mit dem markant-rollenden «R» in der Stimme auf seine Bilanz, die im Zuge der Krise auf der Habenseite manches eingebüßt hat. Doch dem redegewandten 53-Jährigen liegt der Wahlkampf auf den vielen Sommerfesten. Er setzt ganz auf ein Bündnis mit der FDP.

HEIKO MAAS (SPD): Als «neuen Mann» präsentiert die Saar-SPD ihren Spitzenkandidaten. Ohne Krawatte, dafür mit Drei-Tage-Bart und forschem Blick schaut der 42 Jahre alte Jurist von den Plakaten. In seiner Partei ist Maas mittlerweile unumstritten. Der Weg dorthin war nicht immer leicht. Denn wirklich neu ist Maas nicht. Er sitzt seit 1994 im Landtag, war Umweltstaatssekretär, 1998 bis 1999 im gleichen Ressort Minister und bereits 2004 erfolglos SPD-Spitzenkandidat.

OSKAR LAFONTAINE (Linke): Der Ex-SPD-Landesvater und heutige Linkenchef Lafontaine ist die Reizfigur des Wahlkampfes. Er will es noch einmal wissen und Müller «in die Wüste» schicken. Dafür will der 65-Jährige vor allem seine Partei stark machen, deutlich stärker als in den anderen Westländern und möglicherweise so stark, dass sie mit der SPD regieren kann. Eine Chance, wieder Regierungschef zu werden, hat er aber kaum. Die Linke wird die SPD kaum überholen. Und selbst wenn: Eine Wahl von «Oskar» hat die SPD strikt ausgeschlossen.

Dreikampf in Thüringen

DIETER ALTHAUS (CDU): Der 51 Jahre alte Amtsinhaber gilt als Ziehsohn seines Vorgängers Bernhard Vogel. Dessen Stuhl übernahm er 2003 und konnte ein Jahr später knapp die absolute Mehrheit der Sitze verteidigen. Der bekennende Katholik Althaus stammt aus dem Thüringer Norden und arbeitete vor der Wiedervereinigung als Mathematik- und Physiklehrer. Zuletzt war er wegen seines schweren Skiunfalls, bei dem eine Frau starb, in die Schlagzeilen geraten. Er selbst erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

BODO RAMELOW (Die Linke): Der 53 Jahre alte Bodo Ramelow will erster Ministerpräsident der Linken in Deutschland werden. Der gebürtige Niedersachse ist gelernter Kaufmann und übernahm nach der Wiedervereinigung den Vorsitz der Thüringer Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV). 1999 stieß er zu damaligen PDS. In den vergangenen Jahren organisierte er die Wahlkämpfe für die Bundespartei und den Zusammenschluss von PDS und WASG zu Die Linke.

CHRISTOPH MATSCHIE (SPD): Der 48 Jahre Christoph Matschie stammt aus einem Thüringer Pfarrhaus. Da ihm in der DDR das Medizinstudium verwehrt wurde, wich er auf Theologie aus. Nach der Wiedervereinigung zog es ihn in die Politik, erst als Bundestagsabgeordneter, ab 2002 als Staatssekretär im Bildungsministerium. Zwei Jahre später trat er als Spitzenkandidat in Thüringen an, fuhr aber mit 14,5 Prozent das bislang schlechteste Ergebnis ein.

Zwei Kandidaten für Sachsen

STANISLAW TILLICH (CDU): 20 Jahre nach der Wende ist mit dem Sorben erstmals ein Einheimischer Spitzenkandidat der CDU. Die Regierung übernahm er im Mai 2008 von Georg Milbradt, der nach der Krise um die Landesbank zurücktrat. Bis dahin hatte Tillich (50) schon mehrere Ministerämter ausgeübt. Vor der Wende war er in der DDR-Verwaltung tätig und CDU-Mitglied. Tillich gilt als bodenständig und genießt im Volk viel Sympathie. Bundespolitisch setzte er bisher kaum Akzente.

ANDRÉ HAHN (Linke): Dem Herausforderer von Ministerpräsident Tillich (CDU) werden kaum Chancen auf den Regierungssessel eingeräumt. Der Antritt des 46-Jährigen hat eher symbolischen Charakter. Hahns Weg in die Politik begann mit der Wende. Zuvor hatte er als Lehrer Deutsch und Geschichte unterrichtet. 1990 saß er für die PDS am Zentralen Runden Tisch der DDR. Seit 2007 ist er Fraktionschef der Linken im Landtag.

Wahlen / Landtag / Saarland
30.08.2009 · 10:34 Uhr
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