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Ausschreitungen nach Demonstration gegen Rechts

Als KZ-Häftlinge verkleidete Gegendemonstranten am Randes des Neonazi-Aufmarschs in Magdeburg. Foto: Jan Woitas

Magdeburg (dpa) - Mit einer Menschenkette, Mahnwachen und einem bunten Programm haben am Samstag in Magdeburg Tausende gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen protestiert.

Rund 10 000 Menschen beteiligten sich nach Angaben von Polizei und Stadtverwaltung an den Aktionen unter dem Motto «Meile der Demokratie».

Nach den zunächst friedlichen Protesten gerieten am Abend linke Gruppen und die Polizei aneinander. Aus einem Szenetreff heraus wurden Beamte unter anderem mit einer Betonplatte beworfen. Verletzt wurde niemand. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun wegen versuchten Totschlags, wie die Behörden am Sonntag mitteilten.

Die Demonstration richtete sich gegen den Aufmarsch, zu dem die rechtsextreme NPD seit Jahren anlässlich der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945 aufruft. Dazu waren nach Angaben der Polizei diesmal 1200 Rechte aus ganz Deutschland nach Magdeburg gekommen. Der Aufzug war die erste große Kundgebung der rechtsextremen Szene seit Bekanntwerden der Mordserie des Zwickauer Neonnazi-Trios.

Aus Protest gegen den Rechtsextremismus gingen Tausende Bürger auf die Straße. Um Ausschreitungen zu verhindern, war die Polizei mit einem Großaufgebot von mehr als 2000 Beamten im Einsatz. Zur «Meile der Demokratie» reiste auch Prominenz aus der Bundespolitik an. SPD-Chef Sigmar Gabriel, Grünen-Bundeschefin Claudia Roth und die Chefin der Linken, Gesine Lötzsch, forderten in ihren Ansprachen erneut ein Verbot der NPD und würdigten das Engagement der Magdeburger im Kampf gegen Rechts.

Demonstrationen / Extremismus
15.01.2012 · 14:49 Uhr
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