Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die deutschen Standardwerte notierten am Donnerstag mehrheitlich im Plus. Die Stimmung am Markt war nach überwiegend positiv ausgefallenen US-Quartalszahlen gut. Der DAX gewann zuletzt 1,11 Prozent auf 6.758,39 Punkte. Der MDAX zog um 1,48 Prozent an auf 10.902,30 Punkte. Für den SDAX ging es derweil um 0,50 Prozent nach oben auf 4.984,81 Zähler, während der TecDAX um 1,38 Prozent auf 775,41 Punkte zulegte.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes konnten am Donnerstag trotz schlechter Arbeitsmarktdaten mit Zugewinnen aus dem Handel gehen. Die Märkte profitierten dabei von einigen guten Quartalszahlen, darunter IBM, eBay und Philip Morris. Der Dow Jones gewann 0,27 Prozent auf 12.943,36 Zähler. Der NASDAQ Composite präsentierte sich mit einem Plus von 0,79 Prozent bei 2.965,90 Zählern, während der S&P 500 einen Aufschlag von 0,27 Prozent auf 1.376,51 Punkte zeigte. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 12.847,00 Punkten (-33,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 2.649,00 Punkten (-3,25 Punkte) und der S&P Future bei 1.367,30 Zählern (-4,60 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich trotz der guten Vorgaben der US-Börsen schwächer. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages schloss der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Minus von 1,43 Prozent bei 8.669,87 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls rote Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,01 Prozent im Minus bei 19.556,51 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,71 Prozent abgibt auf 2.169,39 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future steigt bisher um 0,03 Prozent auf 145,19 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Kursverlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 6.744 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 6.744,75 Zählern (-0,1 Prozent).
In Deutschland stehen heute die Erzeugerpreise und der BMF-Monatsbericht an. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Wichtige Quartalszahlen stehen heute bei American Electric Power, Baker Hughes, General Electric, Ingersoll-Rand, Schlumberger, SunTrust Banks, Xerox , zooplus, OMV, Stora Enso, Publicis und Scania an.
Der deutsche Markt am Donnerstag:
Die Deutsche Bank will einem Medienbericht zufolge einen groß angelegten Personalabbau im Geschäftsbereich Investmentbanking durchführen. Wie es unter Berufung auf Finanzkreise heißt, reagiert das Geldhaus damit auf den Geschäftseinbruch an den Kapitalmärkten wegen der Euro-Krise. Anshu Jain und Jürgen Fitschen wollen laut dem Bericht in den nächsten Wochen gut 1.000 Stellen im Investmentbanking abbauen. Wie es in einem anderen Medienbericht heißt, bleibt die Bank offenbar weiterhin auf ihrer Tochter BHF sitzen. So habe die Finanzaufsicht BaFin der Deutschen Bank offenbar zu verstehen gegeben, dass sie den geplanten Verkauf der Privatbanktochter BHF an die Beteiligungsgesellschaft RHJ International (RHJI) ablehnen würde. Dem Vernehmen nach hatte die BaFin zu große Zweifel an der Finanzkraft des Konsortiums um RHJI und glaubt auch nicht an Nachbesserungen. Die Papiere der Bank stiegen daraufhin um 0,6 Prozent. Die zur Deutschen Telekom gehörende Konzernsparte T-Systems hat derweil vom britischen Ölkonzern BP einen Großauftrag im Bereich Cloud-Computing erhalten. Die Anteilsscheine des Telekommunikationskonzerns verbesserten sich um 1,1 Prozent.
Daimler fuhren um 1,5 Prozent vor. Das Joint Venture zwischen Daimler und dem chinesischen Lkw-Hersteller Foton, Beijing Foton Daimler Automotive Co. Ltd. (BFDA), wird bis zum ersten Halbjahr 2013 mit dem Bau eines neuen Motorenwerkes am Firmensitz in Peking-Huairou beginnen. Das Gemeinschaftsunternehmen wir den Angaben zufolge in diesem Zusammenhang umgerechnet rund 135 Mio. Euro investieren. Daneben rückten die Anteilsscheine des Wettbewerbers Volkswagen um 1,3 Prozent vor. Der Konzern zeigt einem Medienbericht zufolge erneut Interesse an einer Beteiligung am malaysischen Autobauer Proton. Proton gehört mit einem Umsatz von 2,2 Mrd. Euro zu den kleinen Autobauern und konzentriert sich vor allem auf die heimische Region.
Bayer will indes einem Medienbericht zufolge Arzneimitteltests am Menschen der klinischen Phase I an Dienstleister auslagern und verhandelt in diesem Zusammenhang mit externen Partnern. Die Aktie des Pharmakonzerns verteuerte sich um 1,2 Prozent. [WKN=BASF11]BASF[/WKN] stiegen um 2,0 Prozent. Der Unternehmensbereich Catalysts investiert in die Katalysatorproduktion in Nienburg (Niedersachsen), um diese zu erweitern und zu modernisieren. Die Gewinnerliste im DAX wurde von adidas mit einem Zugewinn von 3,2 Prozent angeführt.
Wichtige Meldungen:
Der amerikanische Speicherchip-Hersteller SanDisk Corp. meldete am Donnerstag nach US-Börsenschluss, dass sein Gewinn im zweiten Quartal angesichts rückläufiger Umsätze deutlich zurückgegangen ist. Die Gewinnerwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen. Der Konzern hatte in den letzten drei Monaten unter fallenden Preisen sowie einer Nachfrageschwäche in bestimmten Segmenten zu leiden.
Die amerikanische Advanced Micro Devices Inc. (AMD) hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss ihre Zahlen für das zweite Quartal 2012 veröffentlicht. Dabei musste der weltweit zweitgrößte Hersteller von Mikroprozessoren einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen. Während der Umsatz die Erwartungen traf, enttäuschte der Gewinn. Zudem belastete der Ausblick.
Die amerikanische [WKN=A0B7FY]Google[/WKN] Inc. hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2012 veröffentlicht. Dabei konnte der Internet-Konzern Umsatz und Gewinn steigern und die Gewinnerwartungen übertreffen. Der u.a. um die Übernahme von Motorola Mobility bereinigte Umsatz lag dagegen unter den Schätzungen. Die Kosten per Click für die Google-Anzeigen sanken im Jahresvergleich um 16 Prozent, während die Zahl der Clicks um 42 Prozent gestiegen ist.
Der US-Softwarekonzern Microsoft Corp. hat für das vierte Fiskalquartal 2011/12 aufgrund von Goodwill-Abschreibungen auf die aQuantive-Beteiligung einen Verlust ausweisen müssen. Auf bereinigter Basis wurde jedoch ein Gewinn erzielt, der über den Erwartungen lag. Der Umsatz stieg wiederum nicht so stark wie erwartet. Besonders der schwache PC-Markt belastete hier, während das Server-Geschäft und Business-Segment kräftig zulegen konnten.
Der Deutsche Bundestag hat am Donnerstag im Rahmen einer Sondersitzung die Finanzhilfe zur Rekapitalisierung spanischer Banken beschlossen. Für den Antrag der Bundesregierung stimmten 473 Abgeordnete. Daneben gab es 97 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen. Die spanische Regierung hatte am 25. Juni offiziell eine Finanzhilfe bei den EU-Mitgliedstaaten mit Euro-Währung beantragt. (20.07.2012/ac/n/m)