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Auch Bouffier spricht von Deutschen-Diskriminierung

Frankfurt (dpa) - In der Debatte um Deutschenfeindlichkeit hat nach Bundesfamilienministerin Kristina Schröder auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) vor einer Diskriminierung im eigenen Land gewarnt.

«Es gibt vor allem in den Bereichen Berlins, aber nicht nur dort das Thema "Schweinefleischfresser" und ein übersteigertes Ehrgefühl gerade junger türkischer Männer», sagte der Regierungschef am Montag dem hessischen Privatsender Hit Radio FFH. Niemand könne das ernsthaft bestreiten. «Jeder, der die Szene kennt, die Sachverhalte kennt, weiß, dass das so ist.»

Schröder hatte am Wochenende beklagt, der Rassismus gegen Deutsche nehme im eigenen Land zu. Deutsche Kinder würden in Schulen zum Beispiel teils ausgegrenzt. Mädchen ohne Kopftuch würden auf Schulhöfen oder in U-Bahnen teilweise als «deutsche Schlampen» bezeichnet.

Bouffier warnte, es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, dass Sachverhalte nicht angesprochen würden, weil sie unbequem seien. Das Thema, das auch der frühere Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin in seinem heftig umstrittenen Buch anspreche, bewege zahlreiche Menschen. «Und viele Menschen haben den Eindruck, die Politik kümmert sich nicht um das, was sie bewegt.» Komme dann noch eine «political correctness» dazu, «dann wächst eine explosionsartige Abwehrbewegung».

Die Debatte um eine mögliche Deutschenfeindlichkeit war nach der Veröffentlichung eines Berichts der Lehrergewerkschaft GEW entbrannt. Darin beklagten Lehrer, dass Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien ihre deutschen Mitschüler beschimpfen und schikanieren.

Integration / Schule
11.10.2010 · 22:51 Uhr
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