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Atomkraftgegner veranschaulichen mit über 12.000 Ballons radioaktive Verbreitung

Biblis (dts) - Mehr als 600 Atomkraftgegner haben gestern vor den Atomkraftwerken Biblis A und B über 12.000 Luftballons gestartet. Die schwarz-gelben Ballons sollen zeigen, wohin es eine radioaktive Wolke wehen würde, wenn es in Biblis zu einem Super-GAU oder Terroranschlags käme. Mit der Aktion unter dem Motto "Atomlügen auffliegen lassen" demonstrierte das Kampagnennetzwerk Campact gegen die Pläne der Bundesregierung, die Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verlängern. "Atomkraftwerke sind tödliche Nachbarn, deren Risiken mit jedem Betriebsjahr steigen. Die Pläne der Regierung, die Laufzeiten für Atomreaktoren zu verlängern, sind daher unverantwortlich", sagte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz. An jedem Ballon hängt eine Postkarte, mit der die Finder Campact den Fundort mitteilen können. Die Koordinaten sollen auf eine interaktive Karte im Internet übertragen werden, so dass man das potenzielle Gefährdungsgebiet erkennen kann. Der Atomkraftwerksbetreiber RWE hatte Campact verboten, die Ballons von seinen Grundstücken rings um die beiden Atomreaktoren zu starten. Deshalb wurden die Ballons auf einem Parkplatz der Gemeinde Biblis mit Gas befüllt und von über 600 Menschen auf dem einzigen öffentlichen Weg vor das Kraftwerksgelände getragen und dort gestartet. RWE hatte Campact vorgeworfen, "einseitig Ängste zu schüren". Campact wies dies scharf zurück. "Nicht wir schüren Ängste, sondern RWE verharmlost die Risiken der Atomkraft auf unerträgliche Weise", sagte Bautz. Am 26. Juni sollen weitere 15.000 Ballons am AKW Krümmel gestartet werden.
DEU / Energie / Atomkraft
13.06.2010 · 10:53 Uhr
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