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Atempause für britischen Premier Brown

Gordon Brown steht politisch mit dem Rücken zur Wand.
London (dpa) - Der angeschlagene britische Premier Gordon Brown hat sich nach tagelangem Kampf ums politische Überleben eine Atempause verschafft. Die Debatte um den Regierungschef sei nun entschieden, sagte Außenminister David Miliband am Dienstag.

Am Vorabend hatte Brown nach einem historisch schlechten Ergebnis seiner Labour-Partei bei der Europawahl den Sturz durch Rebellen in der eigenen Fraktion abwenden können. «Labour will keine neue Führung», sagte Miliband, der selbst als möglicher Erbe Browns galt. Auch Innenminister Alan Johnson, der als Nachfolgekandidat gehandelt wurde, unterstütze den Regierungschef «bedingungslos».

Bei dem Treffen der Labour-Fraktion am Montagabend hatte Brown trotz der Niederlage bei der Europawahl und eines weiteren Rücktritts aus seiner Regierung Unterstützung von den Abgeordneten bekommen. Die Sitzung galt als entscheidend für die politische Zukunft Browns. Nur wenige Labour-Mitglieder forderten offen den Rücktritt des Premiers, darunter aber vor allem wohlbekannte Brown-Kritiker. Bisher konnten die Abweichler keinen Herausforderer für Brown präsentieren. Ein Sturz des Premiers hätte zudem eine vorgezogene Parlamentswahl zur Folge gehabt, bei der im derzeitigen Umfragetief viele Brown-Gegner ihre Sitze im Parlament verloren hätten.

Brown räumte bei dem Fraktions-Treffen nach Angaben seines Sprechers ein, dass er «Stärken und Schwächen» habe. «Ich weiß, dass es einige Dinge gibt, die ich gut mache und einige Dinge, die ich nicht so gut mache», sagte Brown und versprach Besserung. Der neue Kulturminister Ben Bradshaw sagte, Brown habe eingesehen, dass er sich «kollegialer» verhalten solle. «Er hat anerkannt, dass sich sein Führungsstil ändern muss.»

Nachdem Browns Verbleib an der Spitze der Regierung vorerst gesichert war, kam er am Dienstag erstmals mit seinem neuen Kabinett zusammen. Der Chef der Konservativen, David Cameron, kommentierte dies mit der Bemerkung, Brown und seine Mannschaft würden einen «politischen Totentanz» aufführen.

Bei der Europawahl hatte Labour am Vortag nur rund 15 Prozent erreicht und war damit sogar noch hinter die anti-europäische UKIP Partei auf Platz drei gestürzt. Zuvor hatte Brown einen Spesenskandal sowie eine Rücktrittsserie in seinem Kabinett zu verkraften.

Wahlen / EU / Großbritannien
09.06.2009 · 16:48 Uhr
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