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Arzt: Föderale Strukturen ungeeignet bei Epidemie

Berlin/Neu-Isenburg (dpa) - Bei Epidemien wie der aktuellen EHEC-Welle sind die dezentralen Strukturen in Deutschland aus Sicht eines führenden Mediziners ungeeignet.

Es sei nicht sinnvoll, in einer solchen Situation mit «landesbezogenen Gesundheitsbehörden und Gesundheitsämtern» zu arbeiten, sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, Reinhard Brunkhorst, der «Ärzte Zeitung» (Neu-Isenburg/Montag).

Für Ausnahmefälle wie der gegenwärtigen Epidemie schlug der Nierenarzt eine einheitliche Struktur in Händen des Robert Koch-Institutes (RKI) vor. Das RKI könne direkt zu den einzelnen Patienten gehen und sie befragen - unabhängig vom Bundesland, in dem sie leben. «Genau das ist bei uns noch nicht möglich», sagte Brunkhorst. Das RKI habe für die Länder lediglich beratende Funktion.

Zudem sollten Kompetenzen auf Bundesebene gebündelt werden. «Der Gesundheitsbereich und die Nahrungsmittelkontrolle sollten in einer Behörde zusammengefasst werden», sagte Brunkhorst. Bislang sind verschiedene Bundesinstitute dafür zuständig.

Gesundheit / Infektionen
05.06.2011 · 13:54 Uhr
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