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Armutsrisiko bleibt im Osten höher als im Westen

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Wiesbaden (dpa) - Das Armutsrisiko bleibt in Ostdeutschland auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung deutlich höher als im Westen - allerdings nimmt der Anteil von Armut bedrohter Menschen in den alten Bundesländern zu.

2008 lag die Quote in den alten Bundesländern ohne Berlin bei 13,1 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Im Osten blieb der Anteil unverändert bei 19,5 Prozent.

Nach Angaben der Statistiker sind lediglich ältere Menschen über 65 Jahre in Ostdeutschland weniger stark von Armut bedroht als im Westen. Außerdem sei der Anteil der armutsgefährdeten Frauen im Westen höher als bei den Männern. Im Osten seien keine «nennenswerten Unterschiede» festgestellt worden. Bundesweit seien besonders Erwerbslose sowie Alleinerziehende und deren Kinder betroffen.

Große Unterschiede ermittelten die Statistiker auch zwischen Nord und Süd: Fast jeder Vierte (24,0 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern und mehr als jeder fünfte Bremer (22,2 Prozent), aber nur knapp jeder Zehnte in Baden-Württemberg (10,2 Prozent) und Bayern (10,8 Prozent) war im vergangenen Jahr armutsgefährdet.

Gemäß einer EU-Definition gelten Menschen als armutsgefährdet, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommen der Bevölkerung auskommen müssen. 2008 lag der Grenzwert für Single-Haushalte in Deutschland bei 787 Euro (2007: 764 Euro). Bei Haushalten mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren betrug die Schwelle in der Bundesrepublik 1652 Euro (2007: 1605 Euro). Diese Werte sind in den vergangenen vier Jahren stets gestiegen.

http://dpaq.de/uYUt6

Soziales / Armut
15.12.2009 · 12:44 Uhr
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