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Armeebericht verurteilt Militärführung im Zusammenhang mit "Kill Team"-Skandal

Washington (dts) - Die US-Armee hat im "Kill Team"-Skandal gegen eigene Standards verstoßen. Nach einem 532-seitigen Untersuchungsbericht der US-Armee hat der damalige Kommandeur der 5. Stryker Brigade, Oberst Harry Tunnell, eine aggressive Kriegsführung propagiert, die gegen die vorgegebene Strategie verstößt, Vertrauen bei der Bevölkerung aufzubauen. Der Bericht, der dem "Spiegel" vorliegt, wird von der US-Armee unter Verschluss gehalten.

"Wäre Oberst Tunnell noch Kommandeur, würde ich empfehlen, dass er abgesetzt wird", schreibt General Stephen Twitty, der Autor des Untersuchungsberichts. Oberst William Clark, der drei Jahre lang unter Tunnell gedient hat, sagte in einer eidesstattlichen Erklärung: "Ich würde mit Harry Tunnell in Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten. Er ist die schwierigste Führungskraft, mit der ich in meiner mehr als 26-jährigen Karriere beim Militär zu tun hatte." Ein Soldat fasste in den Anhörungen Tunnells Grundhaltung in einem Satz zusammen: "Lasst uns diese Drecksäue töten." Nun stehen fünf Männer von Tunnells Brigade unter Verdacht, das größte Kriegsverbrechen seit den Folterungen von Abu Ghuraib begangen zu haben. Sie sollen afghanische Zivilisten umgebracht haben, einfach so, aus purem Übermut. Der Erste von ihnen wurde vorvergangene Woche zu 24 Jahren verurteilt. "Tunnells Unachtsamkeit für administrative Aufgaben hat möglicherweise geholfen, ein Klima zu schaffen, in dem Fehlverhalten passieren konnte", heißt es in dem Report.
USA / Militär / Kriminalität / Justiz
02.04.2011 · 13:28 Uhr
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