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«Arctic Sea» vor Westafrika aufgespürt

«Arctic Sea»-Besatzung freiGroßansicht
Moskau (dpa) - Ende einer Geisterfahrt: Der seit drei Wochen vermisste Frachter «Arctic Sea» mit 15 russischen Seeleuten an Bord ist nach offiziellen Angaben aus Moskau vor Afrika aufgespürt worden. Die Besatzung ist in Freiheit, gesund und nun an Bord einer russischen Fregatte.

Das teilte der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow am Montag mit. Der Frachter sei um 1.00 Uhr Moskauer Zeit (Sonntag, 23.00 Uhr MESZ) rund 300 Seemeilen (550 Kilometer) vor dem Inselstaat Kap Verde entdeckt worden. Die Seeleute würden von Ermittlern vernommen. Weiter unklar war zunächst, warum die «Arctic Sea» von ihrem Kurs abgekommen war und ob die finnische Reederei Lösegeld gezahlt hat.

Der Direktor der Reederei Solchart Management Ltd., Viktor Matwejew, bestätigte das glückliche Ende der mysteriösen Irrfahrt. «Wir sind froh, dass die vollständige Besatzung in Sicherheit ist», sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa in Helsinki.

Rund 20 Länder hatten nach der «Arctic Sea» gesucht, die Holz im Wert von über einer Million Euro von Finnland nach Algerien bringen sollte. Russlands NATO-Botschafter Dmitri Rogosin sprach von einer «glänzenden» Rettungsaktion. Das russische Kriegsschiff «Ladny» der Schwarzmeerflotte hat die Männer der «Arctic Sea» an Bord genommen.

Laut Rogosin war die Situation «ernst». Russland habe aber erneut gezeigt, dass es jedem seiner Bürger Schutz gewähren könne, wo auch immer sich dieser befinde. Rogosin dankte ausdrücklich der NATO für ihre Hilfe bei der nervenaufreibenden Suche.

Den letzten Funkkontakt mit dem Schiff hatte die britische Küstenwache am 28. Juli, als der Frachter den Ärmelkanal durchquerte. Seitdem wurde spekuliert, ob die «Arctic Sea» in die Hand von Piraten gefallen oder mit einer geheimen Ladung - möglicherweise Waffen - in Richtung Afrika unterwegs war. Diese Fragen wurden zunächst auch nicht klar beantwortet.

Schifffahrt / Piraten / Großbritannien / Russland
17.08.2009 · 22:55 Uhr
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