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Arbeitgeber-Chef Hundt stützt Regierungskurs bei Euro-Rettung

Berlin (dts) - Im Vorfeld des EU-Gipfels zur Euro-Rettung am kommenden Donnerstag hat der Präsident der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, die ablehnende Haltung der Bundesregierung zu gemeinschaftlichen Euro-Anleihen und zu einem Einstieg in eine Transfer-Union unterstützt. "Forderungen nach Euro-Anleihen sind verfehlt. Die Gemeinschaft der Euro-Länder kann lediglich Hilfe zur Selbsthilfe leisten, jedes Land muss seine Finanzen und seine Schulden selber in den Griff kriegen", sagte der BDA-Chef gegenüber der "Bild-Zeitung" (Montagausgabe).

"Auch eine Transferunion zwischen den Euro-Ländern lehne ich entschieden ab", betonte der Spitzenvertreter der Wirtschaft betonte weiter. Zur Begründung erklärte Hundt, dass ein EU-weiter Finanzausgleich eine "Einladung zum unsoliden Haushalten wäre". Zugleich würde der Wohlstand der Europäischen Union gefährdet, weil die erfolgreich wirtschaftenden Länder bestraft und die Empfängerländer dauerhaft am Tropf hängen würden. "Es muss vielmehr darum gehen, die Wettbewerbsfähigkeit aller EU-Länder zu verbessern." Der Euro habe sich "in der Krise bewährt", sagte Hundt weiter, die EU plage "weder Inflations-Sorgen noch übertriebene Wechselkurse zum Dollar oder zwischen europäischen Währungen, wie es früher oft der Fall war". Dennoch sei die "Finanzlage vieler Staaten unverändert kritisch". Der aufgespannte Schutzschirm sei "richtig", jedoch müssten "alle Länder ihre Staatshaushalte in Ordnung bringen". Einer Rückkehr zur D-Mark, die laut einer aktuellen Umfrage von Emnid für "Bild am Sonntag" von 56 Prozent aller Deutschen für die bessere Währung gehalten wird, erteilte der BDA-Präsident eine klare Absage. "So ein Alleingang wäre für unsere Wirtschaft und unsere Arbeitsplätze extrem schädlich. Deutschland profitiert enorm von der Gemeinschaftswährung, durch größere Absatzmärkte, stabile Preise, sichere Jobs." Ein Wechsel der Währung würde "kein Problem lösen". Das Gegenteil wäre der Fall, die Europäische Union "wäre am Ende". Die Verwerfungen zwischen den europäischen Währungen würden den Deutschen teurer zu stehen kommen als die derzeitigen Stützungsmaßnahmen.
DEU / EU / Unternehmen / Finanzindustrie
12.12.2010 · 14:36 Uhr
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