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Apple-Gründer Steve Jobs ist tot: Weltweit Trauer

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Cupertino (dpa) - Apple-Gründer Steve Jobs, einer der großen Visionäre der Computer-Ära, ist tot. Der 56-Jährige starb am Mittwoch nach langer Krankheit, wie Apple mitteilte.

Steve Jobs hat in den vergangenen 35 Jahren den Alltag so stark verändert wie wenige andere Unternehmer. Er trug dazu bei, dass heute in fast jedem Haushalt ein Computer steht. Unter seiner Federführung entstanden auch das iPhone-Handy, der Tablet-Computer iPad und die iPod-Player.

Die Nachricht von Jobs' Tod löste weltweite Anteilnahme aus. Online-Dienste wie Facebook und Twitter wurden überschwemmt von Trauerbekundungen, Prominente wie US-Präsident Barack Obama und Microsoft-Gründer Bill Gates würdigten Jobs als großen Visionär. Vor seinem Haus im kalifornischen Palo Alto versammelten sich trauernde Nachbarn und Fans.

Jobs litt an Krebs, 2004 wurde ihm ein Tumor an der Bauchspeicheldrüse entfernt, 2009 bekam er eine neue Leber. Er sei an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf einen Freund der Familie.

Jobs hatte ein untrügliches Gespür für den Markt und die Wünsche der Kunden: Apple hat zwar weder den MP3-Spieler noch das Smartphone noch den Tablet-Computer erfunden, aber all diesen Geräteklassen mit dem iPod, dem iPhone und dem iPad erst zum Durchbruch verholfen. Und wie kaum ein anderer verstand es Jobs immer geschickt, die Neuheiten als großes Ereignis zu zelebrieren.

Anfang dieses Jahres hatte Jobs erneut eine Auszeit wegen Krankheit genommen, aus der er nicht mehr zurückkehren sollte. Ende August gab er die Konzernführung an seinen langjährigen Mitstreiter Tim Cook ab und wechselte an die Spitze des Apple-Aufsichtsrates.

Jobs' Gesundheit wurde von den Anlegern lange intensiv verfolgt. Ging es ihm schlechter, sackte der Apple-Aktienkurs oft ab. In jüngster Zeit schöpfte die Börse aber mehr Vertrauen in die Manager um Jobs und sein Abschied von der Konzernspitze hatte keinen Einfluss auf den Aktienkurs. Auch vorbörslich am Donnerstag gab es zunächst nur ein minimales Minus von 0,27 Prozent.

Die Todesnachricht erschien am Mittwochabend (Ortszeit) im Internetauftritt von Apple. Die Startseite zeigte zunächst nur ein großes Bild des langjährigen Chefs mit den Lebensdaten 1955 und 2011. Jobs schaute den Betrachter von dem Schwarzweiß-Bild nachdenklich an. Er trug auf dem Foto den für ihn typischen schwarzen Rollkragenpullover. Es ist das Titelbild seiner ersten autorisierten Biografie, die im November erscheint. Der Termin wurde erst kürzlich von kommendem März vorgezogen.

Später kam auf der Startseite noch eine Würdigung hinzu: Apple trauere um einen «Visionär und ein kreatives Genie». «Die Welt hat einen faszinierenden Menschen verloren», hieß es in der kurzen Mitteilung weiter. «Die, die das Glück hatten, ihn zu kennen und mit ihm zu arbeiten, haben einen Freund und Mentor verloren. Steve lässt ein Unternehmen zurück, wie nur er es aufbauen konnte und das immer in seinem Geiste arbeiten wird.»

«Steve ist friedlich im Kreis seiner Familie gestorben», teilten seine Angehörigen mit. «Im öffentlichen Leben war Steve als Visionär bekannt. In seinem Privatleben war er ein Familienmensch.» Jobs hinterlässt seine Frau Laurene, zwei Töchter und einen Sohn sowie eine Tochter aus einer anderen Beziehung.

Apple richtete nach dem Tod ein elektronisches Kondolenzbuch ein. An die Adresse RememberingSteve@Apple.com können Fans Beileidsnachrichten schicken.

US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle zeigten sich «betrübt». Jobs habe zu den größten amerikanischen Erfindern gezählt. Mit dem Aufbau eines der erfolgreichsten Unternehmen des Planeten aus seiner Garage heraus, habe er beispielhaft den Geist der amerikanischen Erfindungsgabe gezeigt. «Die Welt hat einen Visionär verloren», hieß es in der Erklärung des Präsidenten. «Vielleicht gibt es keine größere Würdigung für Steves Erfolg, als die Tatsache, dass ein großer Teil der Welt die Nachricht von seinem Tod über ein von ihm erfundenes Gerät erfahren hat.»

«Ich bin wirklich traurig», erklärte Microsoft-Mitgründer Bill Gates, ein jahrzehntelanger Konkurrent von Jobs. «Ich habe Steve vor etwa 30 Jahren zum ersten Mal getroffen, und wir waren Kollegen, Wettbewerber und Freunde über mehr als die Hälfte unserer Leben.» Wenige hätten die heutige Welt so beeinflusst, die Nachwirkungen von Jobs würden noch spätere Generationen spüren. «Für die, die das Glück hatten, mit ihm zu arbeiten, war es eine unglaublich große Ehre. Ich werde Steve enorm vermissen.»

Zuletzt lag Apple vor allem mit Google statt mit Microsoft über Kreuz. Aber: Auf jeder US-Seite der täglich milliardenfach angesteuerten Suchmaschine stand am Mittwoch «Steve Jobs, 1955 - 2011», der Klick auf den Namen führte direkte zur Startseite des Konkurrenten. Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt, der einst auch im Apple-Aufsichtsratsgremium saß, sprach von einem sehr traurigen Tag «für uns alle». Er fügte hinzu: «Steve war so charismatisch brillant, dass er Menschen inspirierte, das Unmögliche zu tun.» Er werde als der größte Computererfinder in der Geschichte in Erinnerung bleiben.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg schreib in seinem Online-Netzwerk: «Steve, danke dafür, dass Du ein Mentor und ein Freund warst.»

Auch der südkoreanische Apple-Wettbewerber Samsung, mit dem der Konzern gerade einen weltweiten Patentkrieg führt, beschrieb Jobs als innovativen Geist und großen Unternehmer. Der Geschäftsführer und Vize-Vorsitzende G.S. Choi sprach im Namen des Elektronikkonzerns Familie und Kollegen von Jobs sein «tiefstes Mitgefühl» aus. «Sein innovativer Geist und seine bemerkenswerten Errungenschaften werden den Menschen in aller Welt für immer im Gedächtnis bleiben.» Wenige Stunden vor der Nachricht von Jobs' Tod hatte Samsung noch angekündigt, dass es den Verkauf des neuen iPhone 4S von Apple in Frankreich und Italien verhindern wolle.

Computer / Personen / USA
06.10.2011 · 12:59 Uhr
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