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Apec-Staaten wollen Währungskrieg vermeiden

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Yokohama (dpa) - Die USA, China und die übrigen Staaten des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) wollen auf eine Abwertung ihrer Währungen zur Exportankurbelung verzichten.

«Wir werden zu mehr marktbestimmten Wechselkurssystemen streben», kündigten die 21 Apec-Führer in einer gemeinsamen Erklärung zum Abschluss ihres Gipfels im japanischen Yokohama an. US-Präsident Barack Obama, der ein stärkeres Engagement Amerikas in der Region ankündigte, und die anderen Apec-Führer wollen ihre wirtschaftliche Integration vorantreiben. Ziel ist eine Freihandelszone, die eines Tages die ganze Region umfassen soll.

Erstmals einigten sie sich auf eine gemeinsame Strategie, ein ausgewogeneres Wachstum zu erzielen. Ein Aktionsplan sieht unter anderem Strukturreformen vor, enthält jedoch keine verbindlichen Vorgaben. Von einer «wettbewerblichen Abwertung» ihrer Währungen wolle man dabei absehen, erklärten die Apec-Führer in Übereinstimmung mit den Ergebnissen des G-20-Gipfels, der unmittelbar vor der Apec-Tagung in Seoul stattfand. Neun der 21 Apec-Staaten, darunter die USA und China, gehören der G-20 an. Washington wirft Peking vor, seine Währung künstlich niedrig zu halten und so seine Exporte anzukurbeln.

Die Apec-Region, auf die rund 52,7 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und 44,4 Prozent des weltweiten Handels entfällt, sei zu einem Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft geworden, heißt es in der Abschlusserklärung. Im Bestreben, die Barrieren für Handel und Investitionen abzubauen, habe man bereits signifikante Fortschritte erzielt. Es bleibe aber noch viel zu tun.

Die gemeinsame Wachstumsstrategie soll helfen, die extrem großen Einkommensunterschiede zwischen den Ländern der Region zu reduzieren. Man wolle ein «ausgewogenes, nachhaltiges, innovatives und sicheres Wachstum erreichen», hieß es. Bis wann jedoch was geschehen soll, wird nicht erwähnt. 2015 will man sehen, welche Fortschritte gemacht wurden. Eine mögliche Vorstufe der bis 2020 angestrebten «Asiatisch-pazifischen Freihandelszone» (Free Trade Area of the Asia-Pacific, FTAAP) sei das von den USA gestützte transpazifische Partnerschaftsabkommen (Trans-Pacific Partnership Agreement (TPP).

Die USA übernehmen im kommenden Jahr den Vorsitz der Apec. Zum Abschluss seiner Asien-Reise, die ihn nach Indien, Indonesien und Südkorea geführt hatte, hob US-Präsident Obama vor Apec-Wirtschaftsführern in Yokohama die Bedeutung der Region für die USA hervor. Amerika sei bereit, in Asien «wieder zu führen», sagte er. «Wir investieren in ihren Erfolg, weil er mit unserem eigenen verbunden ist.» Obama begrüßte zudem Japans Interesse am Beitritt zum TPP. China dagegen will, dass der Verband südostasiatischer Staaten (Asean) plus Japan, China und Südkorea, Kern der geplanten Freihandelszone wird, die künftig die gesamte Region umfassen soll.

Gastgeber Japan nutzte den Apec-Gipfel, um am Rande das wegen Territorialstreitigkeiten belastete Verhältnis zu China und Russland zu verbessern. Nach ihrem heftigen Streit um eine Inselgruppe im Seegebiet nordöstlich von Taiwan kamen Chinas Präsident Hu Jintao und der japanische Ministerpräsident Naoto Kan erstmals zusammen. Kan traf überdies auch Kremlchef Dmitri Medwedew, der mit einem kürzlichen Besuch auf den umstrittenen Südkurilen-Inseln ebenfalls eine schwere diplomatische Krise mit Japan ausgelöst hatte.

Apec / International / Japan
14.11.2010 · 12:12 Uhr
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