News
 

Anschlag auf Treibstoffkonvoi in Afghanistan

Anschlag auf KonvoiGroßansicht
Kabul (dpa) - Ein Selbstmordattentäter hat bei einem Anschlag auf einen Versorgungskonvoi für die NATO-Truppen im Süden Afghanistans mindestens acht Menschen in den Tod gerissen.

Weitere 21 Menschen wurden verletzt, als der Täter in der Provinz Helmand mit seinem Fahrzeug die mit Treibstoff beladenen Tankwagen rammte, sagte ein örtlicher Behördensprecher am Samstag. Der Vorfall ereignete sich am Freitagabend im Kreis Geriskh nahe einem Markt unweit eines NATO- Militärstützpunktes, wo die Lastwagen geparkt waren. Zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban.

Bei den Toten handelte es sich demnach um die Fahrer der Lastwagen. Unter den Verletzten waren auch Verkäufer umliegender Stände und Läden. Nach anderslautenden Angaben eines Sprechers des Provinzgouverneurs kam der Selbstmordattentäter zu Fuß und hatte einen Sprengstoffgürtel umgeschnallt. Acht Tanklastwagen und vier Kleinlaster seien in Flammen aufgegangen. Der Treibstoff war für die NATO-geführten Streitkräfte in Süd-Afghanistan bestimmt.

Ein Sprecher der radikalislamischen Taliban, Qari Mohammad Yousif Ahmadi, erklärte in einem Anruf von einem unbekannten Ort, 33 Sicherheitskräfte seien bei dem Blutbad getötet worden.

Ebenfalls am Freitag wurde ein Soldat der NATO-geführten Afghanistan-Schutztruppe ISAF durch eine Sprengfalle in der selben Region getötet, wie die Allianz mitteilte. Die Nationalität sowie der Ort oder die genauen Umstände wurden wie üblich nicht bekanntgegeben. Die meisten der in Helmand stationierten NATO-Soldaten sind Briten.

Die NATO erwartet bei ihrem Militäreinsatz gegen die Taliban in den kommenden Monaten mehr Kämpfe und mehr Tote. «Wir werden mehr Opfer auf allen Seiten sehen», sagte NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer nach einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister am Freitag in Brüssel. US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte: «Ich halte es für eine realistische Erwartung, dass wir eine schwere Kampfzeit vor uns haben.» Dies sei auch eine Folge der Erhöhung der Zahl der Soldaten in der Afghanistan-Schutztruppe ISAF auf mittlerweile 61 000, darunter 29 000 aus den USA.

Die Minister hatten zuvor beschlossen, drei bis vier von in Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) stationierten NATO-AWACS-Aufklärungsflugzeuge nach Afghanistan zu schicken. Sie sollen bei der Regelung des zivilen Luftverkehrs helfen, jedoch nicht bei der Erfassung militärischer Ziele mitwirken. Ein Drittel der Besatzungen sind Deutsche.

Konflikte / Afghanistan
13.06.2009 · 11:24 Uhr
[2 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
24.01.2017(Heute)
23.01.2017(Gestern)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen