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Anschlag auf Schiiten-Prozession

Irakische Schiiten bereiten sich mit einer Prozession auf das Aschura-Fest vor.Großansicht
Bagdad (dpa) - Im Vorfeld des schiitischen Aschura-Festes ist am Freitagabend in Bagdad eine Prozession angegriffen worden. Drei Gläubige starben, als ein Sprengsatz neben ihnen explodierte.

Sieben weitere Menschen wurden verletzt, berichtete die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak unter Berufung auf die Sicherheitskräfte. Wenige Stunden zuvor hatte ein Sprengsatz im Osten von Bagdad einen Zivilisten getötet und vier weitere verletzt. Bereits am Vortag waren bei mehreren Bombenanschlägen in Bagdad und im Südirak 35 schiitische Gläubige getötet worden.

Das Aschura-Fest erinnert an den Tod des Propheten-Enkels Hussein in der Schlacht von Kerbela im Jahr 680. Die Schiiten verehren ihn als Märtyrer ihrer Glaubensrichtung. Zu dem Fest am zehnten Tag des Monats Muharrem veranstalten sie große Prozessionen zu ihren Heiligtümern. Dabei geißeln sie sich zum Teil selbst, um das Märtyrium Husseins nachzuempfinden. Im Irak wurden die religiösen Prozessionen in den Jahren nach dem US-Einmarsch 2003 immer wieder zu Zielen von blutigen Anschlägen sunnitischer Extremisten.

In der nordirakischen Stadt Mossul erschossen derweil Unbekannte drei Beamte des örtlichen Volkszählungsbüros. In Tel Afar, 60 Kilometer westlich von Mossul, tötete am Freitag eine Autobombe drei kurdische Peschmerga-Milizionäre. Zehn weitere Männer wurden verletzt, als ihre Streife das mit einer Sprengladung präparierte Fahrzeug passierte, meldete Aswat al-Irak unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Zwischen Christen und Gläubigen der Schabak-Religion kam es derweil im Nordirak zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. Die Christen verbarrikadierten sich in der Kirche von Bartala, als die Schabak angriffen, berichteten Augenzeugen in der Ortschaft 40 Kilometer nördlich von Mossul. Sechs Menschen wurden dabei verletzt. Zu dem Konflikt kam es, nachdem sich unter den Schabak das Gerücht verbreitet hatte, dass die Christen ein Plakat des Märtyrers Hussein von der Wand gerissen und darauf herumgetrampelt hätten. Die Schabak sind eine schiitische Sekte und sprechen einen kurdischen Dialekt.

In der nordirakischen Erdölstadt Kirkuk sagten die christlichen Gemeinden zu Weihnachten sämtliche kirchliche Gottesdienste und öffentliche Feiern ab. Den Schritt begründeten sie mit der prekären Sicherheitslage.

Konflikte / Religion / Irak
25.12.2009 · 18:24 Uhr
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