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Anschlag auf britischen Botschafter im Jemen

Jemenitische Sicherheitskräfte an einer Straßensperre vor einer Botschaft in Sanaa. (Archivbild)Großansicht
Sanaa/London (dpa) - Der britische Botschafter im Jemen ist am Montag nur knapp einem Terroranschlag auf sein Leben entkommen. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich auf der Straße unweit der britischen Botschaft in Sanaa in die Luft, kurz bevor der Diplomat Tim Torlot (52) vorbeifuhr.

Nach Angaben von Krankenhausärzten wurden zudem drei Passanten verletzt - eine Frau und zwei Männer. Der Botschafter blieb unversehrt.

Die Explosion war nach Angaben von Augenzeugen so heftig, dass der Kopf des Terroristen vom Rumpf abgetrennt und auf das Dach eines nahe gelegenen Hauses geschleudert wurde. Die Zeugen sagten, der Terrorist sei jung gewesen und habe eine braune Schuluniform getragen. Er hatte sich für den Anschlag eine rund zwei Kilometer von der Botschaft entfernte Straße ausgesucht, in der Autofahrer wegen Bauarbeiten langsam fahren mussten. Die jemenitischen Behörden identifizierten ihn als Othman Ali (22) aus der Provinz Tais. Er soll zuvor in einem Terroristen-Ausbildungslager in der Provinz Marib gewesen sein.

Die britische Botschaft wurde bis auf weiteres geschlossen. Das Außenministerium in London warnte nach der Attacke wegen der Gefahr von Terroranschlägen vor Reisen in den Jemen: «Wir raten allen britischen Staatsangehörigen, sich unauffällig zu verhalten und wachsam zu sein.» Das jemenitische Innenministerium erklärte: «Dieser fehlgeschlagene Terrorangriff auf den britischen Botschafter trägt die Handschrift von Al-Kaida.»

Die Aktivitäten der Al-Kaida-Terroristen im Jemen nehmen seit etwa zwei Jahren zu. Um dem gewachsenen Fahndungsdruck in der Heimat zu entgehen, haben sich in dem südarabischen Land auch einige Terroristen aus dem benachbarten Saudi-Arabien niedergelassen. Alle westlichen Botschaften in Sanaa sind wegen der hohen Terrorgefahr schon seit Jahren hinter hohen Mauern und Betonblöcken versteckt.

Im März 2009 hatte sich ein Terrorist in Sanaa neben einer Delegation von Ermittlern aus Südkorea in die Luft gesprengt. Auch damals war nur der Attentäter gestorben. Die Ermittler waren damals nach Sanaa gekommen, um einen Terroranschlag in der jemenitischen Provinz Hadhramaut zu untersuchen, bei dem vier koreanische Touristen getötet worden waren.

Britische Botschaft: http://dpaq.de/tIX3l

Konflikte / Jemen
26.04.2010 · 15:49 Uhr
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