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Anschläge per Luftpost in den USA vereitelt

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Washington/London (dpa) - Internationale Terrorfahnder haben aus dem Jemen gesteuerte Paketbomben-Anschläge auf jüdischen Einrichtungen in den USA vereitelt.

Die verdächtigen Päckchen waren in Frachthallen in Dubai und in Mittelengland abgefangen worden und sollten an jüdische Zentren in Chicago gehen. Nach den Worten von US- Präsident Barack Obama enthielten die Sendungen nach ersten Tests «anscheinend explosives Material». Er sprach am Freitag von einer «glaubhaften Bedrohung», die man sehr ernst nehme. Obama ordnete umgehend eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen an.

Obamas Top-Sicherheitsberater John Brennan sagte, die im Jemen aufgegebenen Pakete seien präpariert gewesen, «um irgendeine Art von Attacke auszuführen». Obama unterstrich, seine Regierung werde keine Mühen scheuen, «um die Herkunft dieser verdächtigen Pakete zu ermitteln». Nach den Worten Brennans telefonierte Obama mit dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh, der seine volle Kooperation zugesagt habe.

Die Pakete «sollten Schaden anrichten», sagte Brennan weiter. Über das mögliche Ausmaß wollte er aber nicht spekulieren. Dass die Pakete abgefangen werden konnten, zeige, dass das Sicherheitssystem «sehr, sehr gut» gearbeitet habe. «Wir arbeiten gerade daran, sicherzustellen, dass wir so wachsam wie möglich bleiben.»

Die Behörden ließen zwei F-15-Jagdflugzeuge aufsteigen, um eine Passagiermaschine der Fluggesellschaft Emirates mit Ziel New York zu eskortieren, die ein verdächtiges Paket aus dem Jemen an Bord hatte. Die Maschine kam aus Dubai. Sofort nach der Landung umringten Polizeifahrzeuge die Maschine. Die Eskorte war «aus übergroßer Vorsicht» angeordnet worden, hieß es von den Behörden.

In England war die Sendung in einem Verteilzentrum gefunden worden. Sie war offenbar mit einem Frachtflugzeug des US- Paketdienstes UPS befördert worden. In der Sendung war eine Druckerpatrone, aus der Drähte und ein Schaltkreis hingen. US-Beamten zufolge wurden nach dem Fund Dutzende Frachtflugzeuge der Gesellschaften UPS, DHL und FedEx untersucht. In Philadelphia wurden zwei Cargomaschinen, in Newark bei New York eine weitere auf abgelegene Parkpositionen gezogen, um die Fracht zu durchsuchen. Ein UPS-Lastwagen wurde ebenfalls gestoppt und nach verdächtiger Fracht durchsucht.

Präsident Obama wurde bereits am Donnerstagabend von den Funden unterrichtet. Er wies sofort die Geheimdienste und Sicherheitsbehörden an, «Maßnahmen zum Schutz der amerikanischen Bevölkerung zu ergreifen», wie sein Sprecher Robert Gibbs sagte.

Der ranghöchste Republikaner im Heimatschutz-Ausschuss des Senats, Peter King, geht von einem abgestimmten Vorgehen aus. «Es gab eine Koordinierung, es gab eine Absicht», sagte er im Fernsehen. Welches Motiv genau sich mit den Paketen wohl verband, sagte er nicht.

Nach Angaben der deutschen UPS-Niederlassung in Neuss ist der Flugverkehr in Deutschland nicht beeinträchtigt. Derzeit lägen ihr keine Informationen über Störungen vor, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Die europäische Drehscheibe für den Luftfrachtdienst von UPS ist der Flughafen Köln/Bonn. Auf dem Frankfurter Flughafen wurden laut Behörden die Sicherheitsvorkehrungen nicht verstärkt. «Alle Gepäckstücke, die aus dem Ausland nach Frankfurt kommen, werden standardmäßig durchleuchtet», sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Terrorismus / USA / Großbritannien
29.10.2010 · 23:49 Uhr
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