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Anklage wegen massenhaften Betrugs mit Bio-Geflügel

Hühner in einer Legebatterie (Archivfoto vom 22.12.2004).
Paderborn/Bielefeld (dpa) - Ein massenhafter Betrug mit falschem Öko-Geflügel kommt vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Anklage gegen einen Geflügelhändler aus Delbrück erhoben.

Der Vorwurf laute gewerbsmäßiger Betrug, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Klaus Pollmann, und bestätigte am Mittwoch einen Bericht des «Westfalen-Blatts» (Online-Ausgabe). Der Händler soll drei Jahre lang konventionelle Ware zugekauft und einen Teil mit 25 Prozent Aufschlag als Bio-Geflügel verkauft haben. Der Gesamtschaden liege bei rund 1,3 Millionen Euro. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Der Zeitung zufolge war der Angeklagte bis vor kurzem der größte deutsche Bio-Geflügelhändler. Der Betrug sei Ende 2008 durch den Zukauf großer Mengen konventionellen Geflügelfutters aufgeflogen, sagte Pollmann. Zudem sei aber in beträchtlichen Mengen auch konventionelle Frischware gekauft worden. «Wir gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der zugekauften Ware als Bio-Geflügel weiterverkauft wurde.» Insgesamt habe es 685 Abnehmer gegeben. Unklar sei aber, wer falsch deklariertes Geflügel bekommen habe, sagte der Staatsanwalt. Das sei auch kaum noch zu ermitteln. «Die Dinger sind gegessen.»

Dem Bericht zufolge wurden acht Jahre lang aus Delbrück auch Öko-Puten und Bio-Hähnchen an die älteste Braterei auf dem Oktoberfest in München, Ammer, geliefert worden. Zuletzt wurden auf der Wiesn 20 000 angebliche Öko-Hähnchen verspeist. Für die vermeintliche Bio-Ware sei bis zu 200 Prozent mehr als für konventionell aufgezogenes Geflügel bezahlt worden. Nachdem der Betrug aufgeflogen war, erstatteten der Ökoverband Bioland und die Hühner- und Entenbrustbraterei Ammer aus München Strafanzeige.

Kriminalität / Ernährung
10.03.2010 · 17:46 Uhr
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