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Anklage gegen Flugzeugbomber von Detroit erhoben

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Washington (dpa) - Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab muss wegen seines versuchten Anschlags auf eine amerikanische Passagiermaschine über Detroit mit lebenslanger Haft rechnen.

Eine Anklagekammer entschied, dass sich der 23-Jährige in sechs Punkten vor Gericht verantworten muss, unter anderem wegen versuchten Mordes in 289 Fällen und versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe. Schon dieser letzte Punkt allein könnte ihn im Falle eines Schuldspruchs lebenslang hinter Gitter bringen. Unterdessen dementierte die US-Regierung am Donnerstag einen Zeitungsbericht, nach dem Grenzbeamte von den Terrorverbindungen des Angeklagten wussten, als dieser bereits an Bord der Maschine saß.

Die Zeitung «Los Angeles Times» hatte berichtet, die Sicherheitsbeamten seien anhand der vorliegenden Daten auf den Passagier aufmerksam geworden, als er aus Nigeria kommend nach einer Zwischenlandung in Amsterdam das Flugzeug nach Detroit bestiegen hatte. «Die Beamten in Detroit waren darauf vorbereitet, ihn genau zu kontrollieren», sagte ein Sicherheitsbeamter der Zeitung. Es habe Informationen darüber gegeben, dass Abdulmutallab im Jemen Kontakt zu extremistischen Gruppen hatte.

Ein Mitarbeiter der Regierung von US-Präsident Barack Obama wies dies am Donnerstag in Washington zurück. Es habe - wie bereits bekannt - mehrere Informationen über Abdulmutallab an verschiedenen Stellen des US-Sicherheitsnetzes gegeben, die aber nicht zusammengebracht worden seien. «Es gab aber keine neue Information, als das Flugzeug in der Luft war.»

Nach Angaben der Regierung des arabischen Lands ist Abdulmutallab in London von El Kaida angeworben worden. Der Nigerianer sei von Extremisten rekrutiert worden, als er zwischen 2005 und 2008 in der britischen Hauptstadt lebte, sagte der jemenitische Vize-Ministerpräsident für Sicherheit und Verteidigung, Raschad al-Alami, vor Journalisten in der Hauptstadt Sanaa. Die britische Regierung hatte dagegen erklärt, Abdulmutallab sei erst nach seinem Aufenthalt in Großbritannien radikalisiert worden.

Die Anklage gegen Abdulmutallab wurde bei einem Bundesgericht in Detroit eingereicht. An diesem Freitag soll der mutmaßliche Terrorist erstmals in Detroit vor Gericht angehört werden.

Auch die US-interne Untersuchung über die geheimdienstlichen Pannen im Vorfeld des vereitelten Flugzeug-Anschlags geht mit Hochdruck weiter. US-Präsident Barack Obama will noch am Donnerstag Ergebnisse eines Prüfungsberichts dazu vorstellen. Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, sagte, geht es in dem Bericht um die geheimdienstliche Zusammenarbeit und das US-System der Erfassung von Verdächtigen auf Terrorismus-Listen.

Abdulmutallab hatte am 1. Weihnachtstag versucht, auf dem Flug von Amsterdam eine Delta/Northwest-Maschine in die Luft zu jagen. Den Sprengstoff hatte er in seiner Unterwäsche an Bord geschmuggelt. Im Flugzeug befanden sich 279 Passagiere und elf Besatzungsmitglieder. Hinter dem Plan haben die US-Behörden den jemenitischen Arm des Terrornetzwerks El Kaida ausgemacht.

Terrorismus / Luftverkehr / USA
07.01.2010 · 18:29 Uhr
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