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Ankläger wollen lebenslang für Khmer-Folterchef

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Phnom Penh (dpa) - Die Ankläger am Völkermordtribunal gegen überlebende Schergen des Rote-Khmer-Regimes in Kambodscha verlangen eine längere Haft für den bislang einzigen Verurteilten. Der Chef des Foltergefängnisses S-21, Kaing Guek Eav alias Duch müsse eine lebenslange Freiheitsstrafe bekomme.

Das sagte Staatsanwalt Andrew Cayley am Dienstag vor dem Tribunal bei Phnom Penh.

Das Gericht hatte ihn im Juli wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 35 Jahren verurteilt. Duch selbst hatte auch Berufung gegen das Urteil eingelegt: Er verlangt Freispruch. Die Berufungsinstanz entscheidet voraussichtlich im Juni über die Anträge.

Die ultrakommunistischen Roten Khmer wollten aus dem von den USA im Vietnamkrieg zerbombten Kambodscha eine geldlose Agrargesellschaft machen. Sie kamen 1975 an die Macht. Sie zwangen jeden, der Lesen und Schreiben konnte, aufs Land und trieben die Leute zu Ackerbau mit primitivsten Methoden an. Kritiker wurden als Staatsfeinde verfolgt, gefoltert und exekutiert. Durch Hungersnöte, Folter und Mord kamen bis zu 2,2 Millionen Menschen ums Leben. Mit dem Einmarsch der Vietnamesen endete das Regime 1979. Bürgerkrieg und internationale machtpolitische Interessen verhinderten Jahrzehnte lang, dass die Drahtzieher vor Gericht gestellt wurden.

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Geschichte / Justiz / Kambodscha
29.03.2011 · 10:45 Uhr
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