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Angela Merkel - Liebesbrief an die Kanzlerin

Liebe Angie,

lange schon wollte ich Dir diese Zeilen schreiben, schlummerten Gedanken voller Zuneigung in meinem Kopf. Seit 2005 sind wir fest liiert und selten fühlte ich mich bei Dir geborgener als in diesen umtosten Zeiten. Auch das verflixte siebte Jahr wird unserer Liebe nichts anhaben können. Viele gemeinsame und glückliche Momente stehen uns beiden noch bevor, da bin ich ganz sicher.

Ich weiß, unsere Liaison war nicht immer einfach. Liebe auf den ersten Blick? Nein, das war es wohl nicht. Erst langsam hat mich Deine steife, gouvernantenhafte Art in den Bann gezogen. Zaghaft und schüchtern fielen unsere ersten Liebesbekundungen aus. Selten reißt uns die Leidenschaft mit sich hinfort, geben wir uns hemmungslos unseren Empfindungen hin. Die Romantik musste oft hintenanstehen, das Bedürfnis nach Candle-Light-Momenten hatten wir nie. Doch zwischen uns zählen eben andere Werte.

Oft bist Du streng zu mir, manchmal unerbittlich. Aber ich mag das, denn ich weiß, wie gut es mir tut. Und erging es mir je besser als im Hier und Jetzt? Strotzte ich je vor solcher Schaffenskraft? Neidvolle Blicke streifen mich, wenn ich voller Energie und von Lebensfreude beflügelt durch Europa flaniere. All das habe ich Dir zu verdanken.

Mit Deinen Farben erhellst Du meinen Tag. Grün, lila, blau: eine Wonne, Deine Blazer inmitten dieser tristen männlichen Anzugwelt. Und Deine Sportbegeisterung, wenn Du so drollig auf der Tribüne mitjubelst und leidest. Da sei Dir auch der Fauxpas verziehen, Dich am einzig falschen Tag im Jahr in Orange gekleidet zu haben. Mit Dir wäre uns die Schmach gegen diese maroden Italiener sicher erspart geblieben.

Sollen sich doch die anderen das Maul zerreißen über uns! Wenn die Griechen Dir Hitlerbärtchen anbasteln, die Briten Dich als weiblichen Terminator verunstalten oder die Franzosen einen «Betonklotz» in Dir sehen - was kümmert es uns? Spricht daraus nicht der pure Neid? Triviale Eifersucht auf unser Glück?

Wohl wahr, auch wir sind durch manche Beziehungskrise geschlittert. Einige Male schon sah ich die Schmetterlinge unseres zerbrechlichen Glücks davonfliegen, dies zarte Pflänzchen im grauen Alltag verwelken. Wenn Du Dich mal wieder nicht zu klaren Worten durchringen konntest, sondern mich einfach nur anschwiegst. Oder als Du Deinen Kopf in der Energiepolitik gedreht hast wie ein Fähnchen im Wind. Auch Deine Starrköpfigkeit, bis ich Dich von Joachim überzeugt hatte. Nein, Du machst es mir nicht immer leicht.

Vor allem die Männer an Deiner Seite sind mir ein Quell steten Kummers. Manch einer brachte mich schon um den Schlaf. Denk nur an jenen unseligen Karl-Theodor. Oder Christian, den raffgierigen Windhund. Richtig geschmerzt hat es, als Du Dich diesem französischen Gigolo Nicolas in die Arme schmissest. Was fandest Du nur an solch einem aufgeblasenen Winzling? Nicht gerade unsere schönste Zeit.

Doch lass' uns heute nicht zurückblicken, sondern nach vorn! Je länger wir zusammen sind, desto mehr schätze ich Deine Standfestigkeit. Deinen Weitblick. Deine Rationalität. Die Kaltblütigkeit, mit der Du Norbert abserviert hast, sie jagte mir wohlige Schauer über den Rücken. Oder wie vehement Du für meine Ersparnisse kämpfst, für unsere Zukunft. Das lässt mich voller Ergebenheit zu Dir empor schauen. Momente, in denen ich spüre, dass ich die Richtige erwählt habe.

Dann träume ich von den Jahren, die noch vor uns liegen. Wie könnten mich Sigmar, Peer oder Frank-Walter je so beglücken wie Du?

Daher möchte ich heute mit Dir anstoßen. Dir alles Gute wünschen, liebe Angie, zu Deinem 58. Geburtstag! Mögen uns noch viele gemeinsame Tage vergönnt sein - in guten, wie in schlechten Zeiten.

Dein deutsches Volk


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[news.de] · 17.07.2012 · 10:03 Uhr
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