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Angeklagte im Vierfachmord-Prozess zeigen Reue

Fall EislingenGroßansicht
Ulm (dpa) - Kaltblütig soll er gemeinsam mit seinem Schulfreund seine Familie ermordet haben. Am Mittwoch zeigte der Sohn der getöteten Familie nun Reue und entschuldigte sich für die Tat.

«Mir ist es wichtig, dass ich dir einfach sag', dass es mir leidtut, dass ich nie daran gedacht habe, was mit dir passiert. Das wollte ich nicht», sagte Andreas H. dem Freund seiner Schwester Annemarie.

Auch beim Freund seiner Schwester Ann-Christin bedauerte er die Tat. Dieser antwortete ihm vor dem Landgericht Ulm: «Du musst dir selber vergeben. Und das wirst du nicht schaffen.» Der mitangeklagte Schulfreund Frederik B. entschuldigte sich vor Gericht ebenfalls und sagte den Lebensgefährten: «Ich wollte einfach sagen, dass es mir leidtut, was ich auch dir angetan habe.»

Das Gericht hatte die beiden Freunde der Schwester am siebten Verhandlungstag vernommen. Sie beschrieben das Verhältnis der Familienmitglieder untereinander vor Gericht als gut. Es habe zwar manchmal auch Streit gegeben, aber niemals Handgreiflichkeiten, sagten sie nahezu übereinstimmend aus. Der Vater von Andreas H. sei zwar dominant und streng gewesen, aber nicht über die Maßen. Die Tante und Cousine von Andreas H. beschrieben den Vater als herrschsüchtig und besitzergreifend. Er habe seiner Frau und Kindern wegen eines Streits den Kontakt zum Rest der Familie verboten.

Die Richter erhofften sich nach Angaben eines Sprechers von den Vernehmungen auch, das Verhalten und den Entwicklungsstand der Angeklagten besser beleuchten zu können. Die Zeugen beschrieben Andreas H. als belesen und höflich. Er habe sich gut ausdrücken können und viel Wert auf sein Äußeres gelegt. Der Vater sei stolz auf Andreas H. gewesen, sagte einer der Lebensgefährten aus. Für die Mutter sei er der Liebling und kleine Prinz gewesen.

Das große Rätsel im Eislingen-Fall bleibt damit aber weiter ungelöst. Denn erklären konnte sich die Tat kein einziger der am Mittwoch befragten Zeugen. Einen Hinweis gab nur der Halbbruder von Frederik B.. Dieser gab am Mittwoch zu Protokoll, dass der 19-Jährige ihn einmal angerufen und gefragt habe, ob er mit Andreas H. wegen familiärer Probleme sprechen könne. Er habe eingewilligt, das Gespräch habe aber nie stattgefunden.

Prozesse / Kriminalität
08.12.2009 · 18:16 Uhr
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