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Angehörige der Londoner Sklaven schalten sich ein

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London (dpa) - In der Geschichte um die angebliche Sklavenhaltung von drei Frauen in London kommen täglich neue Einzelheiten ans Licht. Die Polizei warnt vor Pressespekulationen. Jetzt meldeten sich auch erstmals Angehörige zu Wort.

Der Fall der angeblichen Sklavenhaltung von drei Frauen in London stehen die Fahnder erst am Anfang schwieriger Ermittlungen. Die Polizei warnte die Medien am Dienstag vor «spekulativer» Berichterstattung. «Die Fakten werden nicht schnell auf dem Tisch liegen. Wir haben noch nicht einmal Gelegenheit gehabt, die Opfer zu befragen», hieß es in einer Mitteilung der Metropolitan Police am Dienstag. Unterdessen haben sich erstmals Angehörige in den Fall eingeschaltet. Die Frauen waren am 25. Oktober frei gekommen. Sie sollen mehr als 30 Jahre lang festgehalten worden sein.

Die Familie eines Opfer, der 69-jährigen Frau aus Malaysia, setzte sich mit einer britischen Zeitung in Verbindung. Sie sei 1968 aus Malaysia als Studentin mit einem Stipendium nach London gegangen, sagte ihre Schwester dem «Daily Telegraph». Die Studentin habe sich einer kommunistischen Kommune angeschlossen und sei seitdem nicht mehr mit ihrer Familie in Kontakt getreten, berichtete die Zeitung am Dienstag.

Auch die an der Befreiung der drei Frauen beteiligte Wohlfahrtsorganisation Freedom Charity äußerte sich «besorgt» über das große Medieninteresse an der Identität und Vergangenheit der Opfer. «Sie wollen alleine gelassen werden und Zeit zum Nachdenken haben», sagte Aneeta Preem von der Freedom Charity. Die Wahrung der Privatsphäre sei der Schlüssel für ihren Heilungsprozess. Neben der Malaysierin waren auch eine 57 Jahre alte Irin und eine 30-jährige Britin aus dem Haus in Süd-London befreit worden. Die Jüngere soll die Tochter der Irin und des 73 Jahre alten Hauptverdächtigen ein.

Unterdessen setzte die Polizei die Befragung von Anwohnern im Stadtteil Brixton fort. Die beiden Tatverdächtigen, ein Ehepaar aus Indien und Tansania, sollen in den vergangenen Jahrzehnten häufig umgezogen sein. Sie waren nach jüngsten Ermittlungen Anführer einer maoistisch beeinflussten, Kult-ähnlichen Vereinigung, die schon seit den 1970er Jahren in der britischen Hauptstadt aktiv ist.

Kriminalität / Menschenhandel / Großbritannien
26.11.2013 · 19:17 Uhr
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