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Angeblich vermisste Atom-Kugeln waren nie weg

Forschungszentrum JülichGroßansicht

Berlin/Düsseldorf (dpa) - Die Verwirrung um angeblich vermisste Atom-Kugeln ist aufgelöst: Die strahlenden Brennelementkugeln lagern doch im Zwischenlager des Jülicher Forschungszentrums. Das teilte das Bundesumweltministerium nach einem Gespräch mit der nordrhein-westfälischen Atomaufsicht mit.

«Nach Darstellung der Landesatomaufsicht lagern diese 2285 beim Betrieb oder bei nachfolgenden Versuchen zerbrochenen Kugeln einzementiert im Zwischenlager des Forschungszentrums», erklärte das Ministerium. Die Kugeln seien demnach nicht im ehemaligen Forschungsbergwerk Asse in Niedersachsen eingelagert worden.

Nach widersprüchlichen Berichten über den Verbleib der Kugeln hatte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Atomaufsicht, die in NRW beim Wirtschaftsministerium liegt, einbestellt. Deren Darstellung werde auch durch die Prüfungen von Euratom, der Europäischen Atomgemeinschaft, belegt, teilte das Ministerium mit: «Demnach weist die Bilanzierung des Kernmaterials keine Lücken auf.» Das NRW-Wirtschaftsministerium werde kurzfristig noch einen Bericht vorlegen. Das Forschungszentrum Jülich bei Aachen hatte von Anfang an erklärt, es würden keine Brennelementkugeln aus dem stillgelegten Forschungsreaktor vermisst.

Die Verwirrung um die tennisballgroßen Kugeln hatte Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) mit einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Parlament ausgelöst. Darin hatte sie angegeben, es seien «allem Anschein nach» Brennelementkugeln in der Asse gelagert worden.

Die NRW-Atomaufsicht habe mit ihrer Darstellung zur Klärung beigetragen, erklärte Umweltminister Röttgen, der auch Vorsitzender der CDU in NRW ist. Dennoch sei das Informationschaos, das in Düsseldorf stattgefunden habe, nicht akzeptabel. Mit spekulativen Angaben hätten das Wissenschafts-, Umwelt- und Wirtschaftsministerium nur für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. «Ich halte das Vorgehen der NRW-Landesregierung in dieser sensiblen atomaufsichtlichen Frage für absolut unangemessen und inakzeptabel», erklärte Röttgen.

Atom / Jülich / Asse
05.04.2011 · 17:45 Uhr
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