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Analyse: Verstand besiegt das Herz bei der CSU

Peter RamsauerGroßansicht

Nürnberg (dpa) - Manchen galt Euro-Rebell Peter Gauweiler schon als neuer starker Mann der CSU.

Der Münchner Bundestagsabgeordnete werde sich auf dem CSU-Parteitag in einer Kampfabstimmung gegen Verkehrsminister Peter Ramsauer durchsetzen und die ganze Partei zu einem euroskeptischen Kurs drängen, prophezeiten manche in der CSU. Das Ergebnis wären noch größere Probleme für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Parteichef Horst Seehofer gewesen. Doch Gauweiler fällt mit seinem Appell an die christsozialen Emotionen ganz knapp durch - der Verstand hat das Herz besiegt. «Wir haben eine sehr gute, homogene Partei erlebt», sagt Parteichef Horst Seehofer anschließend.

Denn die CSU bestätigt auch ihren Vorsitzenden mit einem pragmatischen Ergebnis, mit dem Seehofer gut leben kann. Er erhält 89,9 Prozent, obwohl der Parteichef schon lange kein Liebling der Partei mehr ist und er sich seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren in vielen Auseinandersetzungen viele Gegner geschaffen hat. Manche in der Parteispitze hätten sich 90 Prozent als wuchtiges Zeichen der Geschlossenheit gewünscht. «Das hätte ich für wichtig und notwendig gehalten», sagt die stellvertretende Parteichefin Barbara Stamm.

Doch die Meinungen in der CSU-Spitze sind geteilt. Andere weisen darauf hin, dass 89,9 Prozent kein Dämpfer sind - und besser als die 88,1 Prozent bei der letzten Vorstandswahl 2009. «Was mich persönlich betrifft, bin ich rundum glücklich», sagt Seehofer. «Ich möchte das Land voranbringen und nicht einen Beliebtheitswettbewerb gewinnen.»

Pragmatisch ist der Parteitag auch sonst in jeder Hinsicht. Seehofer hält eine Rede, die als gesellschaftspolitischer Grundsatzentwurf angekündigt war - aber wenig Neues enthält. Wie weiland sein Vorvorgänger Edmund Stoiber beschwört Seehofer in allen Facetten die bayerischen Erfolge. «Bayern steht so gut da wie noch nie in seiner Geschichte.» Viele CSU-Mitglieder sind wegen der nicht enden wollenden Euro-Krise tief verunsichert, Seehofer will seiner Partei Selbstvertrauen und Zuversicht einimpfen. «Wovor haben wir eigentlich Angst?» ruft er zum Schluss. «Es kommt alleine auf uns an. Wir haben es in der Hand.»

Das Problem dabei: Sehr vielen Delegierten ist sehr wohl bewusst, dass die CSU zwar die bayerischen Geschicke lenken kann - aber wenig Einfluss auf Schuldenkrise und Weltgeschehen hat. Wohin Seehofer Bayern führen will, sagt er nicht - abgesehen von der eher allgemeinen Vision, dass es in Bayern gerecht zugehen soll und die Finanzbranche gebändigt werden müsse. «Markt pur ist purer Wahnsinn», sagt Seehofer - ein Satz, der auch von der Linken kommen könnte. «Wenig innovativ» sei die Rede gewesen, meint ein Delegierter anschließend. Doch Seehofer kann trotzdem zufrieden nach Hause fahren.

Parteien / CSU rpt rpt rpt
08.10.2011 · 21:40 Uhr
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