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Analyse: Tourismusexperte sieht keine Auswirkung

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Hamburg (dpa) - Auch nach den neuen Anschlägen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca erwarten Experten keine großen Auswirkungen auf die Reiselust der Deutschen.

«Ich denke, das allein wird jetzt noch nicht dazu führen, dass morgen der Buchungsstrom nach Mallorca abbricht», sagte Karl Born, Professor für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Harz in Wernigerode, am Sonntag der dpa. Anders wäre es jedoch, «wenn die Balearen-Insel jetzt ein ganz neues Aktionsziel der ETA sein sollte, dann wird es irgendwann auch nicht ohne Auswirkungen bleiben». Viel hänge auch von der Reaktion der Behörden ab. So habe beim ersten Anschlag vor zehn Tagen vor allem die Sperrung des Flughafens die Urlauber verunsichert. «Das hat gigantische Resonanz gefunden», sagte Born.

Die Reaktionen der Urlauber hingen immer davon ab, wie stark der Tourismus beeinträchtigt werde. Die politische Dimension eines Anschlags trete dabei in den Hintergrund. «Eine Flughafenschließung, die betrifft eben die touristische Infrastruktur, während ein Attentat auf ein Restaurant - bei dem niemand verletzt wird, vor dem vorher gewarnt wird - betrifft eben nicht die touristische Infrastruktur», so Born.

Ganz wesentlich sei auch, wen es trifft. «Sind Deutsche betroffen? Das ist immer ganz wichtig. Weil dann kochen auch die Medien stärker hoch», erklärte Born. Und dann würden auch die Urlauber eine stärkere individuelle Bedrohung empfinden. «Das ist ja immer eine besondere Frage für die Touristen, ist es eine persönliche Gefahr für mich oder nicht.»

Es gebe Ziele, die in den Augen der Touristen als potenziell gefährlich gelten, wie zum Beispiel Ägypten. «Aber Mallorca ist immer noch auf der sogenannten "guten Seite", wo dann so etwas im Kopf der Touristen noch geringere Auswirkungen hat.» Überhaupt nehme Mallorca für den deutschen Urlauber eine Sonderrolle ein: «Man fühlt sich dort stärker zu Hause und nimmt die Bedrohung nicht so stark wahr.»

Problematisch könnte es es werden, wenn die Anschläge mit der Schweinegrippe in einen Topf geworfen würden, sagte Born. Wenn es im «Kopf der Touristen eine Verbindung gäbe», dass es mit dem Terrorismus und einer Gesundheitsgefahr gleichzeitig zwei Probleme auf Mallorca gäbe, «das wäre dann natürlich schon eine Potenzierung der Angst».

Gespräch: Martin Fischer, dpa

Terrorismus / ETA / Tourismus / Spanien
09.08.2009 · 21:53 Uhr
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