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Analyse: Thomas Müller wie der «Bomber»

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Bloemfontein (dpa) - Wieder einmal hat ein Müller Fußball-England in Verzweiflung gestürzt. Wie einst der «Bomber der Nation» Gerd Müller zeigte dieses Mal der junge Thomas Müller dem Erzrivalen von der Insel die Zähne.

Gleich zwei Treffer steuerte der erst 20-jährige Münchner am Sonntag im Free State Stadium von Bloemfontein zum deutlichen 4:1-Sieg im WM-Achtelfinale gegen die «Three Lions» bei. «Das ist natürlich ein wahnsinniges Glücksgefühl, wenn man die Tore macht, die das Team erlösen und den Druck wegnehmen», erklärte Müller, der vom Weltverband FIFA zum «Mann des Spiels» gekürt wurde.

Noch mit durchgeschwitztem Trikot, schmutzigen Stutzen und Fußballschuhen war Müller vor der Weltpresse erschienen. «Man muss nicht mich loben, sondern das Team», erklärte der Offensivmann. «Sensationell» sei es gewesen, wie seine Mannschaft die Konteraktionen eiskalt in Treffer verwandelt habe. Ja, jetzt sei alles möglich bei dieser WN, meinte Müller: «Das war schon so, bevor wir hier angereist sind», ergänzte der doppelte Torschütze.

«Sehr viel Ruhe und sehr viel Klasse», hatte Kapitän Philipp Lahm seinem Münchner Clubkollegen schon nach dem ersten spektakulären WM-Auftritt gegen Australien (4:0) bescheinigt, bei dem Thomas Müller erstmals für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft getroffen hatte. Gegen England schaltete der Bayern-Youngster noch einmal zwei Gänge hoch, sorgte in der 67. und 70. Spielminute für Hochstimmung bei den deutschen Fans in Südafrika und in der Heimat.

«Dass dies so klappt, da braucht man auch Glück», bemerkte Müller bescheiden, die Partie habe lange «auf Messers Schneide» gestanden. Vom nicht gegebenen «Wembley-Treffer» der Engländer hatte er in der Kabine gehört. «Wenn wir schon das Glück hatten, haben wir gewusst, dass wir jetzt gewinnen müssen», sagte Müller.

1970 bei der Weltmeisterschaft in Mexiko hatte Gerd Müller das legendäre 3:2 nach Verlängerung im Viertelfinale gegen England mit seinem Tor entschieden. 40 Jahre später «müllerte» es bei einem Weltchampionat wieder. Gerd Müller ist mit 68 Toren in 62 Länderspielen noch immer der mit Abstand erfolgreichste deutsche Stürmer.

Schon nach dem Australien-Spiel hatte der Youngster Müller mutig davon gesprochen, dass er die Rückennummer 13 rechtfertigen müsse, die einst der «Bomber» getragen hat und nun er trägt. Nach seiner starken Leistung gegen England sagte Thomas Müller: «Wenn man in so einem Spiel das dritte und vierte Tor macht, fällt einem schon ein Stein vom Herzen».

Müller wirkt unter den vielen «Frischlingen» im DFB-Teams schon wie ein Alteingesessener und nicht wie ein Aufsteiger: Abgeklärt und reif wie andere erst mit Ende 20. Nervosität kennt Thomas Müller nicht. «Wie kaltschnäuzig er seine Chancen verwertet als 20-Jähriger, das ist schon imponierend», lobte Bundestrainer Joachim Löw den neuen Müller, dessen kometenhafter Aufstieg auch ihn selbst verblüfft: «Manchmal geht mir das selbst alles ein bisschen zu schnell.»

Fußball / WM / Müller / Deutschland
28.06.2010 · 10:17 Uhr
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