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Analyse: Schub für FDP - mit vielen Unbekannten

Anhänger der FDP jubeln bei einer Wahlparty in Saarbrücken.Großansicht
Berlin (dpa) - Rückenwind ja - aber mit vielen Risiken. Die FDP hat bei dem letzten großen Testlauf vor der Bundestagswahl ihre Ergebnisse in Thüringen, Sachsen und an der Saar fast durch die Bank verdoppelt.

Dennoch ist die Furcht bei den Liberalen weiter groß, dass sie am 27. September wie vor vier Jahren im Bund wieder bei den Siegern sein werden - allerdings nicht in der Regierung.

Eine FDP-Wunschregierung mit einer stabilen bürgerlichen Mehrheit zeichnete sich am Wahlabend zunächst nur in Sachsen ab. Im Saarland könnte es zu einem Jamaika-Bündnis kommen - für die FDP nur die zweitbeste Variante. In Thüringen ist sie faktisch aus dem Koalitionsspiel. Sollte es hier zu einer großen Koalition kommen, sähen die Liberalen ihre Urängste für die Bundestagswahl bestätigt.

In der Berliner FDP-Zentrale herrschte zunächst Hochstimmung, als die gelben Zahlentürme in die Höhe schnellten. Beim zweiten Blick - auf die Bundestagswahl - folgte Zurückhaltung. «Was den Bund betrifft, sind wir so schlau wie vorher», zeigte sich der Berliner FDP-Vorständler Martin Lindner nachdenklich.

Guido Westerwelle, an der Seite des Ehrenvorsitzenden Hans-Dietrich Genscher, dämpfte etwas den Jubel. «Wir sind der Wahlsieger des Abends, wir haben uns verdoppelt», freute er sich zwar. Und dass die FDP in Sachsen vor der SPD liegt, «daran könnte ich mich gewöhnen», strahlte der Parteichef. Gleichzeitig intonierte er den Lagerwahlkampf im Bund gegen Rot-Rot-Grün: «Das ist ein Warnschuss für die ganze Republik.»

Die jüngsten Dauerangriffe aus der Union - vor allem aus der CSU - hatten Westerwelle schwarz geärgert («Die schießen auf das falscher Tor»). Er griff das Thema an diesem Wahlabend nicht auf. Aber die Botschaft war klar. «Ein Weckruf für die Union» - war aus der FDP-Spitze allenthalben zu hören.

«Wir können jetzt im Bund und Schleswig-Holstein Ende September Mehrheiten für Schwarz-Gelb in Bundestag und Bundesrat holen. Damit könnten wir einen schnellen Weg aus der Krise organisieren», fasste Parteivize Andreas Pinkwart die Stimmung in der Berliner FDP-Führung am Sonntagabend zusammen. «Doch dafür sollte die Union ihre eigenen Wähler besser mobilisieren, statt sich mit dem Wunschpartner zu streiten», fügte er hinzu. Bei der FDP bleibt nach diesem letzten Stimmungstest ein Rest Zweifel, ob es in vier Wochen mit der Union klappt oder doch wieder nicht.

Wahlen / Landtag
30.08.2009 · 22:30 Uhr
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