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Analyse: Ribérys Herz entscheidet mit

München (dpa) - Die Fans auf dem Münchner Marienplatz riefen so laut den Namen von Publikumsliebling Franck Ribéry, dass Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge seine Ansprache unterbrechen musste.

Erst nach einer beachtlichen Pause konnte der Bayern-Boss vor den 20 000 Anhängern vom Rathaus-Balkon noch einmal den Deal der Münchner bestätigen. «Unser Freund Franck hat am Samstag einen neuen Vertrag unterschrieben bis 2015», sagte Rummenigge am Sonntagabend - und auch Ribéry wandte sich an die rot-weiß gekleidete Menschenmenge. «Ich liebe alle Fans von Bayern München.»

Parfait! Nach monatelangem Wechselgezerre hat der FC Bayern München die Königspersonalie zu einem Happy End gebracht und den französischen Mittelfeldstar langfristig an sich gebunden. Wenige Stunden vor dem Finale in der Champions League habe der 27-Jährige am Samstag in Madrid einen neuen Vertrag bis 2015 unterschrieben, berichtete der deutsche Fußball-Rekordmeister schon vor der Feier am Rathaus auf seiner Homepage. «Wir sind sehr froh, dass wir uns mit einem der besten Spieler der Welt auf eine Vertragsverlängerung geeinigt haben», erklärte Rummenigge.

«Dies ist auch ein Zeichen für die großen Ziele des FC Bayern in den kommenden Jahren», betonte Rummenigge mit Blick auf weitere Angriffe auf den europäischen Fußball-Thron. Die Nachricht konnte die Bayern-Fans ein wenig über das verlorene Endspiel in der Champions League hinwegtrösten, bei dem der kleine Franzose nach seiner Roten Karte nur Zuschauer gewesen war. «Mit Ribéry hätten wir nie verloren. Er hat an allen Ecken und Enden gefehlt», verwies Ehrenpräsident Franz Beckenbauer auf die gegen Inter Mailand schmerzlich vermissten Offensivkünste des französischen Nationalspielers, der aus dem Trainingslager der Auswahlmannschaft nach Madrid gereist war.

Mit der Vertragsverlängerung bestätigte der FC Bayern am Sonntag, was eigentlich seit Tagen klar war. Immer deutlicher hatte sich abgezeichnet, dass der vor allem von Real Madrid lange umworbene Ribéry doch an der Isar bleibt. Einzelheiten zu dem neuem Vertrag wurden natürlich nicht mitgeteilt, doch darf sich der 27- Jährige nach dem sportlichen Double mit Meisterschaft und Pokalsieg über sein ganz persönliches Triple freuen: Ribéry dürfte einen Traumvertrag mit einem Rekordgehalt erhalten haben.

Im Kampf gegen alle ausländischen Interessenten setzten die Münchner aber nicht nur auf Geld und den von Ribéry gewünschten langfristigen Vertrag, sondern trumpften wohl vor allem mit viel, viel Zuneigung auf. Fortwährend bekundeten die Münchner zuletzt ihre Liebe zu dem seit Mitte 2007 bei den Bayern spielenden kleinen Franzosen.

Ob bei der jüngsten Meisterfeier auf dem Marienplatz oder beim vehementen, wenn auch am Ende vergeblichen Kampf um den Einsatz des Parade-Technikers beim Finale in Madrid. Mit allen Aktionen punkteten die Münchner beim 27-Jährigen. Und wie! «Der Verein ist für mich zu einer großen Familie geworden», erklärte Ribéry denn auch am Sonntag.

Fußball / Champions League / München / Ribéry
23.05.2010 · 20:30 Uhr
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