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Analyse Rheinland-Pfalz: Beck verhindert SPD-Absturz

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Berlin/Mainz (dpa) - Kurt Beck hat es für die SPD in Rheinland-Pfalz herausgerissen: Nach einer ersten Analyse der Forschungsgruppe Wahlen ist das Ansehen des neuen und alten Amtsinhabers etwas ramponiert, seiner CDU-Herausforderin Julia Klöckner bleibt er aber in fast allen politischen und persönlichen Eigenschaften überlegen.

Bei einer nach Ansicht der Forscher eher landespolitisch geprägten Wahl waren Bildung, Arbeitslosigkeit und Atompolitik die wichtigsten Probleme.

Ausgehend von einer außergewöhnlich guten Ausgangsposition mit einem Imagewert von 2,7 auf der +5/-5-Skala im Jahr 2006, verschlechtert sich Kurt Becks Ansehen auf einen immer noch guten Wert von 1,8, Klöckner kommt auf 1,3. Auch Becks Leistungsbilanz ist nicht mehr ganz so glänzend: 72 Prozent aller Befragten bescheinigen ihm eine gute Arbeit, 2006 waren es 83 Prozent. Bei den Sympathiewerten liegt Klöckner fast gleichauf mit Beck.

Die CDU, die bei der vorangegangenen Wahl einen extrem schwach abschneidenden Kandidaten ins Rennen geschickt hatte, kann sich nun mit Klöckner wieder etwas fangen, punktet aber nach wie vor kaum bei der Leistungsbeurteilung: So erzielt die CDU für ihre Oppositionsarbeit genau wie 2006 einen mäßigen Wert von 0,5, die SPD-Landesregierung kommt auf 1,1 (2006: 1,5).

Bei einer eher landespolitisch geprägten Wahl standen die Themen Bildung (29 Prozent), Arbeitslosigkeit (21 Prozent) und Atompolitik (19 Prozent) - die in Baden-Württemberg anders als hier mit 41 Prozent die Problemagenda anführt - ganz oben auf der Liste der wichtigsten Probleme. Für die Wahlentscheidung der Rheinland-Pfälzer spielt das Thema Atomkraft für 51 Prozent dennoch eine wichtige Rolle. 44 Prozent der Befragten halten die Grünen hier für kompetent, 18 Prozent die CDU und 15 Prozent die SPD.

Dass die SPD nach wie vor in Rheinland-Pfalz vorn bleibt, verdankt sie auch den ihr zugeschriebenen Kompetenzen: Beim wichtigsten Thema, Bildung und Schule, wird ihr mit 38 Prozent mehr zugetraut als der CDU (27 Prozent), die auch in Wirtschafts- und Arbeitsmarktfragen das Nachsehen hat. In die zahlreichen Affären und Skandale, welche die vergangene Legislaturperiode begleiteten, sehen 21 Prozent die SPD stärker verwickelt und zehn Prozent die CDU, für 63 Prozent gibt es zwischen den beiden Parteien hier keinen großen Unterschied.

Die SPD bricht bei allen Wählergruppen unter 60 Jahren im zweistelligen Bereich ein. Bei den unter 30-Jährigen verliert sie 16 Prozentpunkte und kommt auf 32 Prozent, und auch bei den 30- bis 44-Jährigen verliert sie überdurchschnittliche 14 Prozentpunkte und erzielt ein unterdurchschnittliches Ergebnis von 31 Prozent. In diesen Altersgruppen können die Grünen zweistellig zulegen und kommen jeweils fast auf 20 Prozent.

Einzig bei Wählern ab 60 Jahren erhält die SPD noch 40 Prozent bei moderaten Verlusten (minus drei), die Grünen erzielen hier mit sechs Prozent und den geringsten Zugewinnen (plus fünf) ihr schwächstes Ergebnis innerhalb der Altersgruppen.

Stärkste Partei bei den Wählern ab 60 Jahren ist die CDU mit 45 Prozent. In dieser Gruppe hat sie überdurchschnittliche Zugewinne (plus vier). In allen anderen Altersgruppen bleibt die CDU unter ihrem Gesamtresultat. Die SPD schneidet vor allem bei den Frauen schlecht ab: Sie verliert dort mit minus 13 Punkten im Vergleich zu den Männern mehr als doppelt so viel.

Wahlen / Baden-Württemberg / Rheinland-Pfalz / Hessen
27.03.2011 · 23:05 Uhr
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