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Analyse: Obama wütend - CIA wieder mal versagt?

CIA-Hauptquartier in LangleyGroßansicht
Washington (dpa) - Selten war US-Präsident Barack Obama derart wütend. Die Sätze, die ihm aus dem Mund fahren, sind kurz und schneidend. «Potenziell katastrophale» Fehler, «Mängel im System», «nicht hinzunehmen», - selten zuvor haben die US-Geheimdienste eine derartige öffentliche Ohrfeige erhalten.

Die Beinahe-Katastrophe von Detroit, sagt Obama, hätte verhindert werden können - wenn die Warnsignale gehört und weitergeleitet worden wären. Angst und Entsetzen gehen um in den USA. «Haben die USA aus dem 11. September nichts gelernt?», fragt der TV-Sender CNN.

Nicht nur ein Mal wurde die US-Botschaft in Nigeria in den vergangenen Wochen vom Vater des Attentäters über die drohende Gefahr durch seinen radikalisierten Sohn gewarnt. Nach Angaben von CNN war der Vater sogar zwei Mal persönlich in der Botschaft, zudem habe es mehrere Telefongespräche gegeben - hinzu kamen auch noch Briefe. Kann ein Vater mehr tun, um die US-Behörden auf Trab zu bringen? Ein Rätsel, wie die Sache dann am Ende versanden konnte.

Der Attentäter Umar Farouk Abdulmutallab hätte niemals in einen US-Flieger kommen dürfen, schnaubt Obama an seinem Urlaubsort in Hawaii. Sämtliche «roten Flaggen» seien übersehen worden. Jetzt müssten Köpfe rollen.

Die Kernfrage, die jetzt in den USA gestellt wird: Wie genau lauteten die Warnungen des Vaters, und wie wurden sie behandelt? Bisherigen Erkenntnissen zufolge sprach der Vater in der US-Botschaft mit den lokalen CIA-Leuten. Diese hätten die Hinweise zwar an die Zentrale in Langley vor den Toren Washingtons weitergeleitet - doch dort seien sie eher als Routinehinweis abgetan worden. Wochenlang habe der Bericht dort gelegen, ohne dass viel geschehen sei. Eine Laxheit, die beinahe zum Tod von fast 300 Menschen geführt hätte.

Schon gehen die beschuldigten Agenten in Stellung. Versuchen, ihre Verteidigungslinie aufzubauen. «Abdulmutallabs Vater hat nicht gesagt, dass sein Sohn ein Terrorist ist», zitiert die «Washington Post» einen Geheimdienstler, der ungenannt bleiben will. «Ganz zu schweigen davon, dass er einen Anschlag plante.»

Immerhin, der besorgte Vater habe berichtet, dass sein Sohn zunehmend im Sinne extremistischer Islamisten indoktriniert sei. Die Frage, die sich Obama jetzt stellt, lautet: Warum kam der 23-jährige Nigerianer zwar auf die Liste von Verdächtigen, die terroristische Kontakte haben, nicht aber auf die «No-Fly-Liste»? Zumal  nur wenige Monate zuvor die britischen Behörden dem jungen Nigerianer die Verlängerung seines Visums verweigert hatten. Auch dies ein klares Warnsignal. Waren die Kollegen in London einfach cleverer?

Auch weitere Hinweise ließen die Agenten in Langley offenbar links liegen. So berichtet die «New York Times», die Geheimdienste aus Sanaa hätten gewarnt, El-Kaida-Terroristen im Jemen hätten einen «nigerianischen Jungen» erwähnt, der für einen Anschlag vorbereitet werde. Wieder läuteten bei der CIA keine Alarmglocken.

Es ist nicht das erste Mal, dass die CIA - der Auslandsgeheimdienst der USA - in schiefes Licht gerät. Eine ausnehmend schlechte Figur machten die Agenten im Vorfeld der Terroranschläge vom 11. September 2001. Auch damals wurden Hinweise auf drohende Gefahren verschlampt, verschleppt und nicht ernst genommen. Das Terrornetz El Kaida sei völlig unterschätzt worden, heißt es in Berichten. Wenig rühmlich war auch die Rolle der CIA in puncto der angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak, die 2003 als Begründung für den Irakkrieg herhalten mussten. Die Pleiten und Pannen führten dann zur großen «Geheimdienstreform» in den USA im Jahre 2004 - durchschlagenden Erfolg hat die Reform bislang offensichtlich nicht.

Terrorismus / Luftverkehr / USA
30.12.2009 · 22:33 Uhr
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