Sekundensparer.de - Das musst Du nutzen! :)
 
News
 

Analyse: Nordkorea redet wieder mit Südkorea

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak (rechts) während seines Treffens mit dem Gesandten Nordkoreas.Großansicht
Seoul (dpa) - Lange hat Südkorea auf ein versöhnliches Signal aus dem Norden gewartet, jetzt geht es plötzlich Schlag auf Schlag. Nach seinem Abbruch des Dialogs suchte Nordkorea erstmals seit Antritt der konservativen Regierung in Seoul vor über einem Jahr wieder das Gespräch auf hochrangiger Ebene.

Bisherige Kontakte blieben auf Arbeitsebene beschränkt. Südkorea hatte angesichts der Spannungen um das nordkoreanische Atomprogramm schon seit langem die Wiederaufnahme des Dialogs gefordert. In den vergangenen Tagen zeichnete sich dann mit ersten Versöhnungsgesten eine vorsichtige Änderung in der Haltung der kommunistischen Führung in Pjöngjang ab.

Vor den jetzigen Gesprächen in Seoul hatte Nordkorea seine Ankündigung bereits wahr gemacht und die Beschränkungen für den Grenzverkehr zum gemeinsamen Industriepark in Kaesong gelockert. Weitere Erleichterungen für grenzüberschreitende Besuche sollen folgen. Zunächst blieben jedoch direkte Gesprächsangebote vonseiten Nordkoreas aus. Das hat sich jetzt mit dem Tod des früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung, der mit seiner «Sonnenscheinpolitik» eine lange Phase der Nord-Süd-Annäherung eingeläutet hatte, schlagartig geändert.

Der traurige Anlass bot Nordkorea die gute Chance, mit dem südlichen Nachbarn wieder ins Gespräch zu kommen. Die Delegation unter der Leitung von Funktionären der herrschenden Arbeiterpartei war angereist, um Kim Dae Jung die letzte Ehre zu erweisen. Doch auch Seoul packte die Gelegenheit beim Schopf. Der für die Nordkorea- Politik zuständige Vereinigungsminister Hyun In Taek traf Mitglieder der vom nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il entsandten Delegation am Samstag gleich zwei Mal. Für diesen Sonntag ist sogar ein Empfang beim südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak geplant, den die nordkoreanische Propaganda in den vergangenen Monaten unter anderem als «Verräter» beschimpft hatte.

Ob sich als Resultat aus den Gesprächen der Nordkoreaner in Seoul wieder ein dauerhafter Dialog wird, ist bisher aber noch unklar. Doch die Botschaft Kim Jong Ils ist nach Meinung von Beobachtern deutlich: Sein Land sucht wieder den Kontakt zur Außenwelt. Dies werde am besten über den Dialog mit Südkorea erreicht, dessen Regierung Nordkorea eine Politik der Konfrontation vorgeworfen hatte.

Mit einem weiteren Nukleartest und den Raketentests in den vergangenen Monaten hat Kim Jong Il, der im Sommer 2008 einen Schlaganfall erlitten haben soll, seine Stellung im Inland gestärkt. Die Provokationen dürften nach Ansicht Seouls und Washingtons auch zum Ziel gehabt haben, den vermuteten Prozess der Machtübergabe auf einen seiner Söhne abzusichern. Außenpolitisch hatte sich Pjöngjang jedoch weiter isoliert. Auch zeigen nach Meinung Südkoreas und der USA die UN-Sanktionen gegen Pjöngjang deutlich Wirkung.

Mit der Aufnahme von Gesprächen zwischen beiden koreanischen Staaten könnte laut Beobachtern wieder Tauwetter auf der koreanischen Halbinsel einsetzen. Seoul hat jedoch nach den jüngsten Versöhnungsgesten aufseiten Nordkoreas bereits betont, dass es den bisherigen politischen Kurs nicht aufgeben werde. Präsident Lee ist zwar bereit, Nordkorea finanziell zu unterstützen und humanitäre Hilfe zu leisten. Eine bedeutende Ausweitung der Zusammenarbeit will Südkorea jedoch von Pjöngjangs Verzicht auf seine Atomwaffen abhängig machen. So weit ist Nordkorea mit seinen Versöhnungsgesten bisher nicht gegangen.

Konflikte / Südkorea / Nordkorea
23.08.2009 · 09:42 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
24.07.2017(Heute)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen